| Frage:
Die "KRRler" behaupten, die Staatsangehörigkeit eines Deutschen müßte korrekt mit "Deutsches Reich" bezeichnet werden, nicht mit "deutsch", da es einen "Staat deutsch" nicht gebe. Das ist doch Unsinn, oder?
Diese Behauptung ist übrigens keine Erfindung der "KRRler". Der von ihnen so hochgeschätzte Prof. Dr. Bracht hat bereits in einem Artikel im Jahre 1986 die Bezeichnung "deutsch" im Reisepaß kritisiert, weil wir schließlich alle "Bürger des Deutschen Reiches" seien. Werfen wir einen Blick auf diese Internetseite. Dort findet sich eine 100 kb große PDF-Datei, die eine Liste mit amtlichen Staatennamen enthält - und zu jedem Land das zugehörige Adjektiv. Dieses ist im Falle Deutschlands eben "deutsch" (so wie es bei Australien "australisch" ist, bei Belgien "belgisch", bei Griechenland "griechisch" usw.). Die "KRRler", insbesondere Uwe Bradler, wagen sich zur Begründung ihrer haarsträubenden Theorie ziemlich weit vor. So schrieb Bradler im inzwischen geschlossenen Jo-Conrad-Forum (Screenshot): "Die Frage: "Wie ist Ihre Staatsangehörigkeit" verlangt schon der Begrifflichkeit nach nach der Nenneung des Staates, dem man angehört. Staaten werden immer mit Substantiven bezeichnet." Dies ist so nicht richtig. "Richtig ist natürlich, daß Fragen mit dem Fragewort "wie" (oder auch mit Rogativpronomina) mit einem Adjektiv oder einem adjektivischen Konstrukt beantwortet werden, nicht jedoch mit einem Substantiv oder substantivischen Konstrukt. Letzteres dient als Antwort auf Fragen, die explizit ein solches Satzelement erfragen. In der FAQ-Mailingliste ergänzte er: "Vielleicht kann man mit folgendem Dialogbeispiel die Sache noch sehr Die "KRRler" machen sich außerdem die Mühe, auf unzählige (teils historische) Ausweise verschiedener Länder zu verweisen. Bradler selbst zog in einem weiteren Forenbeitrag im Conrad-Forum den Personalausweis Belgiens als Beispiel dafür heran, daß auch dort ein Substantiv zu finden sei (Screenshot). Das Dumme ist nur, daß dort leider das Wörtchen "Belge" steht - doch das ist ein Adjektiv und heißt übersetzt "belgisch". Noch deutlicher betonte er seinen Fehler am 31.05.2004 in seinem eigenen Forum: "Staatsangehörigkeit: Belge (Belgien)". (Screenshot). Letztlich läßt sich diese Verwirrung ganz einfach dadurch aufklären, daß man die beiden Wörter "Staatsangehörigkeit" und "deutsch" konkret in Frage und Antwort einbettet. Oder anders: "Welchem Staat gehören Sie an?" Ebenfalls weit verbreitet ist in diesem Zusammenhang übrigens folgendes "Argument": man müsse zwischen Staatsangehörigkeit und Nationalität streng unterscheiden. Die Frage nach der Staatsangehörigkeit müsse immer mit dem Namen des Staates beantwortet werden, die Frage nach der Nationalität immer mit einem Adjektiv. Doch auch dies ist falsch. In vielen Ländern werden die Begriffe Staatsangehörigkeit und Nationalität nämlich synomym benutzt. So heißt es beispielsweise auf den Internetseiten des UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR): "'Nationalität', 'Staatsbürgerschaft' und 'Staatsangehörigkeit' bezeichnen in der Regel den rechtlichen Bund zwischen einem Staat und dessen Gesetzen und einer Einzelperson. (...) Manche Staaten nutzen den Begriff Nationalität, andere Staatsbürgerschaft bzw. Staatsangehörigkeit um die Rechtsbeziehung zwischen Bürger und Staat zu benennen." Die Unterscheidung der Begriffe Staatsangehörigkeit und Nationalität ist somit nicht mehr als eine Wortklauberei. Letztlich läßt sich mit diesem Punkt sehr anschaulich belegen, daß die "Reichsideologen" die Diskussion um "Deutsches Reich" und "Bundesrepublik Deutschland" nicht verstanden haben. Wie bei diesem Punkt der FAQ ausführlich dargelegt, sind beides lediglich unterschiedliche Namen für ein und dasselbe Gebilde: den deutschen Staat. Aus diesem Grund liegt es nahe, von der deutschen Staatsangehörigkeit zu sprechen, nicht von der "bundesrepublikanischen" oder "deutschesreichischen". Natürlich gibt es mithin keinen "Staat deutsch", das behauptet auch niemand, der sagt: "Ich habe die deutsche Staatsangehörigkeit". Aber es gibt den deutschen Staat, der Bundesrepublik Deutschland heißt. Siehe zum Thema Staatsangehörigkeit auch hier. |
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