Raider,
Twix und das Deutsche Reich: Im Schatten der anderen
Welt
Der Ministerpräsident aus
Reichenbach klagt jetzt vor dem Verwaltungsgericht - Ein
Jurastudent weist nach: Das Reich lebt, aber ganz anders
als die Jünger glauben
Von Mario Ulbrich
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Mitte Oktober wurde Opelt vom
Amtsgericht Auerbach wegen Amtsanmaßung zu einer
Geldstrafe in Höhe von 1650 Euro verurteilt. Er erkennt
das Urteil nicht an, sondern meint, dass das Auerbacher
Gericht für ihn nicht zuständig ist - schließlich sei
der Richter nicht vom Reichsjustizminister ernannt
worden.
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Im Bundesinnenministerium winkt man ab. "Die
Thesen dieser Leute entbehren jeder Grundlage", erklärt
Sprecherin Eva Schmierer. "In der juristischen
Diskussion gibt es keine ernst zu nehmend Stimme, die
ihre Argumente teilt." Der Verfassungsschutz beobachtet
die Schattenregierungen. Da ihre Mitglieder nicht
militant auftreten, werden sie in der Regel als Spinner
abgetan.
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Lebt das Reich vielleicht
doch?
Der Berliner Frank Schmidt lacht. Auf
seiner Internetseite hat er Beispiele zusammengetragen,
die den Mythos von der "Unverurteilbarkeit der
Reichsbürger" zerstören.
(...)
Als
Jurastudent hat Schmidt vor Jahren begonnen, sich durch
den Wust aus völkerrechtlichen Bestimmungen zu ackern,
hinter dem sich Reichskanzler Gerhard Günter Ebel und
Ministerpräsidenten wie Olaf Thomas Opelt ihre Welt
eingerichtet haben: "Ich hielt es anfangs für unmöglich,
dass jemand ernsthaft die Thesen dieser
Reichsregierungen vertreten und sogar glauben kann."
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Als Beweis wird ein Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes herangezogen, in dem die
Richter ausdrücklich feststellen, dass das Deutsche
Reich fortlebt. Die Reichs-Jünger unterschlagen dabei
einen Satz: "Der Staat Bundesrepublik Deutschland ist
identisch mit dem Staat Deutsches Reich." Sprich: Das
Deutsche Reich gibt es wirklich - es heißt jetzt aber
Bundesrepublik Deutschland. Aus Raider wurde Twix.
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