Frank Schmidt

Anmeldungsdatum: 13.06.2003 Beiträge:
1594
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Verfasst am: 21.01.2005,
11:30 Titel: KR vom
13.10.04: Deutschlands geheimer Reichskanzler |
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Mal wieder etwas aus den
Archiven deutscher Tageszeitungen.
| Kölnische Rundschau vom
13.10.2004 hat Folgendes geschrieben: |
Deutschlands
geheimer Reichskanzler
Berliner hält sich für
"Generalbevollmächtigten des Deutschen Reichs" -
Behörden: "Spinner"
von DIETER STÄCKER
(...)
Die vielen Ämter schmücken einen Mann, der es in seinem
"wahren" Leben allerdings nur bis zum Fahrdienstleiter
bei der DDR-Reichsbahn gebracht hat.
Ebels Flirt
mit dem deutschen Reich begann Mitte der achtziger
Jahre, als die Mauer noch stand und die Mitarbeiter der
S-Bahn im Westteil Berlins plötzlich die Arbeit
niederlegten. Die DDR-Behörden, die nach dem
Vier-Mächte-Abkommen für den Eisenbahnbetrieb in beiden
Stadthälften zuständig waren, wussten nicht so recht,
wie sie reagieren sollten - und wenn man Wolfgang Ebel
glauben darf, dann wurde er seinerzeit von der
US-Botschaft mit der Leitung der S-Bahn im Westteil
Berlins beauftragt.
(...)
Damit die
Sieger des Zweiten Weltkriegs im Fall des Falles den in
Zehlendorf amtierenden Chef der Reichsregierung nicht
einfach übersehen, hält Ebel intensiven brieflichen
Kontakt zum State Departement in Washington. Aus der
steten Nicht-Beantwortung seiner Briefe schließt er
dabei messerscharf, dass er von den Amerikanern wieder
einmal im Amt bestätigt worden ist.
(...)
Die deutschen Behörden lassen sich von den
großdeutschen Plänen des selbst ernannten Reichskanzler
nicht beunruhigen. Nachdem ein Entmündigungsverfahren
gegen Ebel "auf Kosten der Staatskasse" eingestellt
wurde, lassen sie ihn sogar schalten und walten, wie er
will.
(...)
"Der ist verrückt wie ein
Pferd", heißt es lapidar bei der Staatsanwaltschaft
Berlin. Ebel lässt sich von solch bitterbösen
Einschätzungen nicht aus der Fassung bringen.
Staatsmännisch genießt er seinen Kaffee, der ihm von
Reichsinnenminister Frank-Uwe Kaletta gerade serviert
wird. Und der Minister versteht sein Handwerk: Kaletta
war zu DDR-Zeiten Kellner in einem staatlichen
Lokal. |
Kölnische
Rundschau | |