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Die "KRR"-FAQ


Register


Bitte beachten Sie diese einleitenden Worte zum Register

- Bärthel, Christian
- Baumgärtner, Albert Dr.
- Becker, Bernhard Paul
- Böhm, Siegfried
- Bracht, Hans-Werner
- Bradler, Uwe
- Bund für echte Demokratie, BfeD -> Steinbach, Norbert
- Conrad, Jo


 

Bärthel, Christian

Christian Bärthel wird vom Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremist angesehen (VfS-Bericht 2003, S. 40).

Bärthel war stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher der "Deutschen Partei" in Thüringen. Dem Verfassungsschutzbericht des Thüringer Landesamtes für das Jahr 2003 war zu entnehmen, Bärthel sei dieser Funktion wieder enthoben worden, da er im Oktober 2003 in Erfurt eine Demonstration geleitet hatte, an der etwa 150 Rechtsextreme aus Thüringem teilnahmen (Grund war allerdings lediglich die Befürchtung, die Veranstaltung könne auf ein Bündnis zwischen DP und NPD hindeuten). Als Redner waren damals u.a. Christian Worch und Gerd Ittner aufgetreten. Die Demonstration hatte Bärthel als Privatperson für das "Bündnis für Thüringen" angemeldet. Im Verfassungsschutzbericht 2006 wurde Bärthel allerdings wieder erwähnt. Dort heißt es zum Thüringer Landesverband der DP: "Der Landesverband wurde 2003 gegründet; als dessen Vorsitzender amtiert seither Kurt HOPPE. Dem Landesverband gelang es ebenso wenig wie in den vergangenen Jahren, unter den rechtsextremistischen Parteien an Bedeutung zu gewinnen. Bis auf HOPPE und Christian BÄRTHEL, die sich auch in anderen rechtsextremistischen Gruppierungen/Personenzusammenhängen engagieren, sind im Landesvorstand keine Rechtsextremisten vertreten, die in Thüringen durch Aktionen hervortreten."

Auf der Internetseite der "DP", Landesverband Baden-Württemberg, heißt es in einem "Bericht vom 1. Freiheitlichen Sommerfest in Baden-Württemberg" am 7. Juli 2007 (Screenshot):

"Gastredner waren (...) Christian Bärthel, DP-LV Thüringen, der auf dem Parteitag der Deutschen Partei in Neuhof-Rommerz im Landkreis Fulda für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidiert hatte und ein in der Bundesrepublik politisch Verfolgter ist (...)".

Am 10.11.2007 berichtete die "Bietigheimer Zeitung" über "Orientierungslose Neo-Nazis" in der DP. Über Bärthel heißt es: "Zur Bürgermeisterwahl allerdings will Bärthel antreten, bekräftigte er, und seine "Mitstreiter", die zuletzt bei der Bürgermeisterwahl am 8. Juli in Gerlingen völlig untergegangen sind, mit seiner "Aufbauhilfe West" unterstützen."

Es wäre nicht das erste Mal, daß Bärthel für den Posten eines Bürgermeisters kandidiert. Einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" vom 08.03.2006 war zu entnehmen, daß sich Bärthel als Einzelkandidat bei der Bürgermeisterwahl in Ronneburg hatte aufstellen lassen. Über das Ergebnis ist der "KRR"-FAQ nichts bekannt.

Bärthel bezeichnet sich auch als "Landesbeauftragter der 'Freiheitlichen Initiative Deutschlands'". Er stört sich an der Bezeichnung seiner Person als "ehemaliger NPD-Anhänger". In einem Internetforum schrieb er im Oktober 2004, er habe "auch in den letzten Jahren" als Redner auf NPD-Veranstaltungen gesprochen und außerdem "im September der NPD-Sachsen im Wahlkampf geholfen" (Screenshot). Jedenfalls ist er ehemaliges DVU-Mitglied (hier lief nach Informationen des Thüringer Verfassungsschutzes, Bericht 2002, ein Parteiausschlußverfahren).

Als "Reichssachwalter" lud Bärthel gemeinsam mit Ittner für den 22./23.05.2004 zu einer "Reichsversammlung" nach Nöbdenitz (nahe Gera) ein. Dort sollte "das weitere Vorgehen zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Reiches" besprochen werden.

Da Ittner zum Zeitpunkt der Veranstaltung (die schließlich in Ronneburg stattfand, weil der Wirt der Gaststätte, in deren Räumlichkeiten das Treffen stattfinden sollte, abgesagt hatte) in Nürnberg in Haft saß, verlas Bärthel zu Beginn lediglich eine Grußbotschaft. Ebenfalls wurde aus einer eMail von Hagen Palleske vorgelesen. Dies geht aus einem Bericht hervor, der beim "Heimatschutznetzwerk Sachsen" am 25.Mai 2004 unter Bärthels Namen veröffentlicht wurde (id=3990; Screenshot).

Am 23.05.2004 stieß nach diesem Bericht neben Horst Mahler auch noch Martina P zu der Veranstaltung.

In einer im "Heimatschutznetzwerk" am 15. September 2004 veröffentlichten Strafanzeige Bärthels beruft sich dieser auf die "21 Punkte zur Situation in Deutschland" (also auf die "Rechtsgrundlagen" der Ebel-"KRR") und auf das hierzu von Martina P veröffentlichte - offensichtlich gefälschte - Schreiben des ehemaligen Thüringer Innenministers (Screenshot).

Am 15.04.2005 berichtete die "Ostthüringer Zeitung" über eine Hausdurchsuchung, die Ende März bei Bärthel stattgefunden habe. Gegen ihn werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt, weil er E-Mails mit offenbar antisemtischem Inhalt u.a. an Bundestagsabgeordnete verschickt haben soll.

Das Verfahren fand schließlich vor dem Landgericht Gera statt. haGalil.com/"Klick nach rechts" berichtete am 17.10.2007 von der am 10.10.2007 erfolgten erfolgten Verurteilung Bärthels. Wegen Volksverhetzung und anderer Tatbestände wurde Bärthel zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und zur Ableistung von 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Als Wahlverteidigerin Bärthels fungierte die Rechtsanwältin Sylvia Stolz, zum damaligen Zeitpunkt Lebensgefährtin Horst Mahlers. Den Prozeß nahmen Bärthel, Mahler und Stolz zum Anlaß, für die "Reichsbürgerbewegung" zu werben. Unter anderem führte Bärthel außerhalb des Prozesses ein Interview mit Mahler und Stolz, welches im Internet veröffentlicht wurde.

Bei "redok" war am 25.11.2007 zu lesen, daß Bärthel in Zwickau im Bürgerbüro des sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Peter Klose als Mitarbeiter tätig ist.

 

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Baumgärtner, Albert Dr.

Der Augenarzt Dr. Albert Baumgärtner kandidierte 1998 bei den Bundtagswahlen im Wahlkreis Heidelberg für die "Republikaner" (Screenshot). Er war laut einer Pressemitteilung Stadtrat der Republikaner in Sinsheim und Landesvorstandsmitglied derselben Partei in Baden-Württemberg. Im April 2000 wurde Baumgärtner in den Landesvorstand der baden-württembergischen NPD gewählt (Screenshot). Bei der Landtagswahl 2001 kandidierte Baumgärtner im Wahlkreis Eppingen für die NPD (Screenshot).

"Albert Baumgaertner" war eine Zeitlang, jedenfalls bis zum Sommer 2005, Domaininhaber für den Internetauftritt des "NFK - Rhein-Neckar". Dieser entwickelte sich aus dem Internetauftritt der NPD Rhein-Neckar (Screenshot). Im Rahmen dieses Internetauftritts wird u.a. für die Seiten des Norbert Steinbach geworben, aber auch für die der "Exilregierung Deutsches Reich" (Screenshot). Letzteres ist allerdings nicht verwunderlich, schreibt Baumgärtner doch unter dem Pseudonym "Naturfreund" im Internetforum der "Exilregierung". Dies geht u.a. aus einem Diskussionsbeitrag zum Thema der Reinhaltung der deutschen Sprache hervor, in dem "Naturfreund" schrieb: "Habe diesbezüglich gleich an die Firma einen kleinen Leserbrief geschickt". Unterzeichnet ist der Leserbrief schließlich mit "Albert Baumgärtner" (Screenshot). Die von "Naturfreund" im Rahmen eines Beitrags zu Hitlers "Mein Kampf" veröffentlichte Kontakt-E-Mail-Adresse (Screenshot) findet sich nicht nur auf den Internetseiten des "NFK - Rhein-Neckar" (Screenshot), sondern überdies im Gästebuch der NPD Mettmann (Screenshot) sowie bei den Modellfliegern Sinsheim (Screenshot). Dort ist auch eine Telefonnummer Baumgärtners angegeben (Screenshot). Diese ist schließlich auf einer "SLG-Liste Baden-Württemberg Stand 9.06.2001" zu entdecken, welche vom "Bund der Militär- und Polizeischützen e.V. - Landesverband Baden-Württemberg" veröffentlicht wurde. Auf jener Liste der "Schießleistungsgruppen" ist Albert Baumgärtner mit der Postanschrift aufgeführt, unter der auch die Internetseite des "NFK Rhein-Neckar" bei der Denic angemeldet war (Screenshot).

Im Forum der "Exilregierung" bezeichnete der "Naturfreund" u.a. das Judentum als "menschenverachtende, rassistische Religion" (Screenshot). Als Informationsquelle empfahl er die antisemitischen Pamphlete des Erich Glagau (Screenshot). Außerdem leugnete er die deutsche Kriegsschuld (Screenshot).

Ebenfalls in diesem Forum betrieb der "Naturfreund" im Juni 2005 Wahlwerbung, indem er ankündigte:

"Ich nutze jede Möglichkeit, gegen die Systemparteien der OMF-BRD Widerstand zu leisten. Und solange wir ein Deutsches Reich nicht auf andere Weise bekommen, kandidiere ich sogar wieder für die nächste BTW und LTW in BW. Das Deutsche Reich ist das Ziel, die Wege dorthin sind vielfältig (...)" (Screenshot)

So verwundert es nicht, daß Baumgärtner schließlich bei der Bundestagswahl im September 2005 für die NPD antrat. Im Wahlkreis "272 Karlsruhe-Stadt" erhielt er 2228 Stimmen, das entspricht 1,5 % (Quelle; Screenshot).

Im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2006 schrieb Baumgärtner, der als NPD-Direktkandidat in den Wahlkreisen Karlsruhe I und II aufgestellt war, im Forum der "Exilregierung" unter seinem Pseudonym "Naturfreund", man solle "bei seiner Stimmabgabe an eine kleine, Nicht-Kartell-Partei zu bedenken, welche von diesen Klein-Parteien den maximalen Gewinn für deutsche Interessen, auch für Reichsinteressen, bringen könnte" (Screenshot). Im Wahlkreis Karlsruhe I erreichte Baumgärtner nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 0,9 % der Stimmen (Screenshot), im Kreis Karlsruhe II 1,1, % (Screenshot).

Daß sich der Name Albert Baumgärtner auf der Unterzeichnerliste des Appells des "Komitees Freiheit für Horst Mahler, Reinhold Oberlercher und Uwe Meenen" findet, sei abschließend ebenfalls erwähnt (Screenshot).

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Becker, Bernhard Paul ("Paulus")

Bernhard Paul Becker (auch als "Paulus" im alten Internetforum des Jo Conrad bekannt) schien zunächst dem Bradler-Lager zugeneigt zu sein. Schließlich sendete er vorübergehend Kopien seiner Schreiben an Behörden in der Regel an Herrn Ebel. Inzwischen scheint er seine eigenen Wege zu gehen.

Becker wurden diverse Internet-Domains wegen des Vorwurfes der Volksverhetzung gesperrt. U.a. verwies er auf Internetseiten, bei denen man in Deutschland der Beschlagnahme unterliegende Schriften abrufen konnte. Zusätzlich bietet er u.a. Kawi Schneider und Peter Schmidt Platz für ihre volksverhetzenden Pamphlete und sympathisiert offen mit Horst Mahler.

Bereits am 21.03.2003 wurde Becker vom Amtsgericht Jena wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 60 EUR verurteilt (3 Cs 114 Js 18853/02).

Im Mai 2003 ordnete das Amtsgericht Jena eine Hausdurchsuchung bei Becker an - wegen Verdachts der Volksverhetzung (7 Gs 311/03 114 Js 16794/03). Die Ermittlungen gegen ihn wurden intensiviert, eine weitere Domain wurde gesperrt (wahrscheinlich jedoch eher wegen unbezahlter Rechnungen als aufgrund behördlichen Einschreitens). Auch sein Konto (auf das er sich u.a. "Spenden" für seine Volksverhetzer-Seite überweisen ließ) wurde gesperrt.

Darüber hinaus wurde Becker nach eigenem Bekunden von seinem Arbeitgeber (der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, also einem staatlichen Arbeitgeber!) "suspendiert" (vielmehr jedoch mit Schreiben vom 16.10.2003 fristlos gekündigt). Obwohl er also nach außen hin predigt, daß die Bundesrepublik nicht mehr existiere, arbeitete er doch für einen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber. Damit nicht genug. Er schloß mit diesem sogar vor dem (angeblich nicht existenten) Arbeitsgericht Jena einen Vergleich (Az: 4 Ca 368/03), um die außerordentliche Kündigung noch etwas abzumildern - in Begleitung seiner (nach Bundesrecht zugelassenen) Rechtsanwältin.

Becker hat nach Sperrung der alten Domains regelmäßig neue eröffnet (inzwischen weicht er dafür in die USA aus), auf denen er sein volksverhetzendes Tun fortsetzt. Seine erste "Amtshandlung" nach Schließung der letzten Domain war die Zurverfügungstellung o.g. (verbotener) Schriften. Außerdem forderte Becker die Besucher seiner Homepage auf, sich diese bei ihm als CD-ROM zu bestellen, damit seine Seite nicht verloren gehe. Dies stellt nichts anderes als eine Aufforderung zur Beihilfe zur Volksverhetzung dar.

Zwischenzeitlich betrieb Becker sein Internetforum unter einer Adresse, für die nach Auskunft von directNIC vom 2. September 2004 der bekannte Holocaustleugner Germar Rudolf technischer Ansprechpartner war - natürlich in den USA (Screenshot). Inzwischen (Januar 2008) residiert der neue technische Ansprechpartner in Neuseeland; Domaininhaber ist allerdings weiterhin Becker.

Becker scheint etwas paranoid zu sein. Da tauchen in seiner Phantasie schonmal Polizeibeamte bei seinen Freunden und Verwandten auf und kündigen Beckers Verhaftung innerhalb der nächsten 14 Tage an (was natürlich nicht passierte).

Im März 2004 erließ das Amtsgericht Jena Strafbefehl gegen Becker wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (Az.: 2 Cs 122 Js 2861/04). Die festgesetzte Geldstrafe betrug 60 Tagessätze à 50 EUR.

Im Mai 2004 erhielt Becker von der Staatsanwaltschaft Gera eine Ladung zum Strafantritt (Geschäftsnummer: 114 Js 18853/02 VRs). 30 Tage Ersatzfreiheitsstrafe sollte er verbüßen, da er die Geldstrafe aus dem o.g. Urteil des AG Jena aus dem Jahre 2003 bisher nicht bezahlt hatte. Becker erschien nicht zum Strafantritt und wurde per Haftbefehl gesucht. In seinem Newsletter "Unglaubliche Neuigkeiten" teilte er am 24.09.2004 u.a. mit, daß er die geforderte Strafe nun "schweren Herzens" bezahlen werde. Zwar sei es ehrenhaft, "in diesem Staat im Gefängnis zu sitzen, aber in Freiheit nutze ich unserer Sache mehr". Und, so stellte Becker beinahe überrascht fest: "Im Gefängnis gibt es keinen Internetanschluß für die Haftinsassen. Ich habe mich schon erkundigt." Becker bat in dem Newsletter zudem um Spenden. Als "Gegenleistung" versprach er "sofort die aktuelle Version" seiner Hetzseite.

Im Rahmen eines Strafverfahrens gegen ihn wegen der verbotenen Mitteilung über Gerichtsverhandlungen vor dem Amtsgericht Jena (122 Js 2856/04 6 Cs), hat die zuständige Richterin im November 2004 einen Gutachter mit der Klärung der Frage beauftragt, ob bei Becker zum Tatzeitpunkt eine krankhafte seelische Störung, eine tiefgreifende Bewußtseinsstörung, Schwachsinn oder eine andere schwere seelische Abartigkeit vorgelegen haben könnte, womit eventuell eine Schuldunfähigkeit (§ 20 StGB) bzw. wenigstens eine verminderte Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) begründet werden kann.

Darüber hinaus veröffentlichte Becker Anfang Dezember 2004 einen Schriftwechsel mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte im Juni 2004 einen Antrag gestellt, Beckers Internetangebot gemäß § 18 Abs. 1 JuSchG zu indizieren. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat in ihrer Stellungnahme gemäß § 21 Abs. 6 JuSchG eine Indizierung empfohlen, da das "Angebot (...) mindestens als jugendgefährdend einzustufen" sei. Beckers Internetauftritt trage dazu bei, "rechtsextremistisches und antisemitisches Gedankengut zu verbreiten sowie Hass gegenüber verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu schüren". Becker war Ende November 2004 von der BPjM die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden, welche er zur Wiederholung seiner üblichen "reichsdeutschen" Phantasien nutzte. Wie Becker Ende März 2005 auf seiner "unglaublichen" Internetseite mitteilte, wurde am 3. März 2005 von der BPjM die Aufnahme seiner Internetseite in Teil D der Liste der jugendgefährdenden Medien angeordnet. Bei diesem Listenteil handelt es sich um eine nichtöffentliche Liste der Medien mit absolutem Verbreitungsverbot (§ 18 Abs. 2 Nr. 4 JuSchG), d.h. um schwer jugendgefährdende Angebote i.S.d. § 15 Abs. 2 JuSchG. Für Beckers Seite selbst dürfte dies allerdings keine weiteren Konsequenzen haben, da sie auf einem ausländischen Server lagert. Die Entscheidung wird jedoch nach § 24 Abs. 4 JuSchG der zuständigen Strafverfolgungsbehörde mitgeteilt.

Mitte Juni 2005 veröffentlichte Becker auf seiner Internetseite eine Vorladung des LKA Thüringen - Abteilung Staatsschutz - (Az.: TH3200-000362-05/8). Daraus geht hervor, daß Becker als Beschuldigter vernommen werden soll. Tatvorwurf: "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen u.a.".

Für den 1. Dezember 2005 war Becker zu einer weiteren Strafverhandlung vor dem Amtsgericht Jena geladen. Insgesamt soll sich die Anklage auf 4 Strafbefehle erstrecken, dabei u.a. das oben erwähnte Verfahren, das den Tatvorwurf der verbotenen Mitteilung über Gerichtsverhandlungen betrifft (von Becker nun mitgeteiltes Aktenzeichen: 122 Js 2856/04 2 Cs). Weitere Vorwürfe: der Verdacht der Volksverhetzung sowie der Beleidigung (Screenshot). Wie Becker auf seiner Internetseite mitteilte, erging gegen ihn ein "Strafbefehl über 160 Tagessätze oder 4.250,00 Euro" (Screenshot). Hiergegen legte er offensichtlich Einspruch ein. Dieser wurde am 27.04.2006 verworfen; Becker kündigte Rechtsmittel an (Screenshot).

Ende Juni 2006 veröffentlichte Becker auf seiner "unglaublichen" Internetseite eine an ihn gerichtete Beschuldigtenvorladung des LKA Thüringen, Abteilung Staatsschutz. Tatvorwurf in dieser neuen Sache einmal mehr: Volksverhetzung (Az: TH3200-000039-06/9).

Mit Datum vom 7. Juli 2006 wurde Becker als Betreiber der "unglaublichen" Internetseite von der Thüringer Landesmedienanstalt eine Untersagungsverfügung zugestellt. Becker wurde darin aufgegeben, bis zum 17. Juli 2006 seine Internetseite aus dem Netz zu nehmen. Für den Bescheid wurde eine Gebühr von 1.000 EUR erhoben. Die Seite wurde nicht aus dem Netz genommen. Stattdessen fungiert nun (Januar 2008) nicht mehr Becker als Domaininhaber, sondern dieselbe o.g. Person aus Neuseeland, welche auch als technischer Ansprechpartner für die Domain des Internetforums Beckers verantwortlich zeichnet.

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Böhm, Siegfried

Mindestens seit August 2005 existierte eine "KRR", die sich auf den "Reichstagspräsidenten" Christian Samter berief. Ob Samter tatsächlich mit dieser zusammenarbeitete oder ob nur sein Name benutzt wurde, ist allerdings unbekannt. In Einladungen aus dem September 2005 stellte sich diese "Regierung" u.a. mit den Worten vor, sie sei die "Kommissarische Reichsregierung, in der Verantwortung von Herrn Christian Samter, Berlin". Referent bei zahlreichen Infoabenden und Versender der Einladungen war jedenfalls nicht Samter, sondern Siegfried Böhm.

Böhm schmückt sich mit dem Titel "Professor" und bezeichnet sich als Architekt. Er habe seinen "Ursprung, als junger Mann, in der CDU. Danach in der FDP. Heute in der KRR - Deutsches Reich", schrieb Böhm in einem Brief an die "Liebe(n) Reichsbürger, Freunde und Bekannte". Böhm engagiert sich beim "NetworkMarketing" und schien die "KRR" in erster Linie als Gelegenheit zum Geldverdienen zu sehen. So hieß es in einem seiner Schreiben, das der "KRR"-FAQ vorliegt:

"Jeder Bürger der in die kommissarische Reichsregierung – Deutsches Reich – kommt, zahlt wie folgt Steuern:

1.200,-- € mit der Beantragung des Personalausweis in Bar an den zuständigen Inspektor für ein Jahr, unabhängig wie hoch sein Nettoeinkommen ist. Der Inspektor stellt eine Quittung – Deutsche Reichsregierung – aus und leitet den Betrag weiter an das Finanzamt des Deutschen Reiches. Also 100 € je Monat
".

Auf seinen Informationsveranstaltungen pries Böhm nach Angaben von Teilnehmern das "Reich" seiner "KRR" als "Steueroase". Als Zielgruppe wurden ganz offen die Menschen genannt, die das "ungerechte Steuersystem" der Bundesrepublik umgehen wollen und/oder die Probleme wie Schulden, drohende Eidesstaatliche Versicherung oder lästige Unterhaltszahlungen haben.

Interessant war auch die Internetseite dieser "KRR". Denn zumindest noch bis Februar 2006 sah sie jener der ursprünglichen "KRR" - gestaltet von der "Pressestelle" Uwe Bradlers - verdächtig ähnlich (Screenshot). Die im Browserfenster angezeigte Adresse: friedensvertrag.de, registriert auf Uwe Bradler. Als Copyrightvermerk fand sich der Hinweis "Pressestelle der Reichsregierung". Ein Blick in den Quelltext bestätigte den Eindruck, daß man sich kurzerhand die Inhalte des alten Internetauftritts der Ebel-"KRR" für die eigenen Zwecke "ausgeliehen" hatte:

<!--Last Edit: U. Bradler am 16.01.2003 Menue added->
<title>Friedensvertrag.de - Infoseite der Kommissarischen Reichsregierung</title>

In einem Schreiben vom 15. August 2005, das der "KRR"-FAQ vorliegt, wurde von Siegfried Böhm u.a. ein "Notar Dr. L" erwähnt. Auf ihn sind die Adressen notarl***.com und die Seite einer "Reichsbank AG" registriert. Auf der Seite notarl***.com fand sich im Juli 2005 lediglich die Ankündigung, daß in kürze eine neue Internetseite entstehe, betrieben von

"Dr. Rüdiger L***
Anwalt des Deutschen Reiches
Notar des Deutschen Reiches
Steuerberater des Deutschen Reiches"

(Screenshot)

Inzwischen (Mai 2006) sind die Seiten nicht mehr erreichbar.

Böhm teilte dazu in einem der "KRR"-FAQ vorliegenden Schreiben vom 27. April 2006 mit, er - Böhm - habe "diesen Bereich aufgelöst, da Herr Dr. L*** gemäß meinen Vorstellungen nicht so gearbeitet hat, wie ich mir dieses vorgestellt habe".

Als "Reichsanwalt und Notar" fungierte "Dr." Robert Hoffmann. Ein "Reichsanwalt" sei dabei "in der BRD zu vergleichen mit Staatsanwalt". Für seine Tätigkeit "berechnet der Reichs- Amtsanwalt seine Honorarkosten. Diese sind zu bezahlen. Abschlag im Voraus", hieß es in einem Schreiben Böhms vom 29.01.2006, das der "KRR"-FAQ vorliegt.

In einem der "KRR"-FAQ ebenfalls vorliegenden Schreiben vom 29.09.2005 berichtete Böhm von der Einrichtung einer "Private Deutsche Reichbank AG in Bad Segeberg i. V. mit Banken in Ostereich". Niemand habe die Möglichkeit, die dort geführten Konten einzusehen und "Jede Person, unabhängig von evtl. Problemen, die ein Konto einrichtet, bekommt eine EC und Kreditkarte". Die Einrichtung eines solchen Kontos koste 150 EUR. Außerdem bot Böhm Kapitalanlagepläne an und versprach traumhafte Renditen von bis zu 150 % pro Monat:

"Das Kapital muss auf ein eigenes Hauptkonto in der Traderbank überwiesen werden. Erträge monatlich bis 150%".

Von allen Erträgen aus dem Kapitalanlageprogramm seien "10 % für Bearbeitung an die KRRDeutsches Reich / EPR zu bezahlen". In einem Schreiben vom 03.11.2005, das der "KRR"-FAQ ebenfalls vorliegt, versprach Böhm seiner Zielgruppe gar, 40.000,--$ zu erhalten, "ohne eigenes Geld einzusetzen". Dies alles "dank meiner Verbindungen". Das ganze sollte wie folgt ablaufen:

"Mir wurde mitgeteilt, dass Banken für ein Darlehensgeschäft, privat Personen benötigen. Die Bank vermittelt Ihnen einen Darlehensvertrag und den Darlehensvertrag geben Sie mit allen Rechten und Pflichten an eine andere Bank weiter. Sie werden von jedem Risiko freigestellt.

Für diese Leistung wird Ihnen 40.000,-- $, (ca.32.0000,-- €) auf Ihr Konto überwiesen, nach Abschluss der Verträge in 2 – 4 Monate."

Daß die "Private Deutsche Reichsbank AG" nicht in der Liste der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zugelassenen Institute verzeichnet ist und diese somit keine Genehmigung hat, in Deutschland Finanzdienstleistungen zu erbringen, muß sicher nicht ausdrücklich erwähnt werden. Siehe auch die Hinweise der BaFin.

In einer E-Mail vom 21. September 2006 teilte Böhm schließlich seinen Abschied von der "KRR" mit. Unter anderem benannte er gesundheitliche Gründe und die Erkenntnis, daß "meiner idealistisch geprägten Einstellung und Vorgehensweise unerwartete Grenzen gesetzt sind" als ausschlaggebende Faktoren für seine Entscheidung.

In einer unter Böhms E-Mail-Adresse verbreiteten Nachricht wurde am 4. November 2006 eine "Programmschrift" Horst Mahlers versendet ("Ehre! Wahrheit! Heimat"), die neben Mahlers Phantasien vom "Deutschen Reich" Hetzparolen gegen Juden enthielt.

In derselben E-Mail warb Böhm für die "KRR" des Thomas Tischer mit den Worten: "Für mich ist das Kapitel - KRR Hoffmann / Samter erledigt. Wobei Herr Tischer in Magdeburg, gem. den vorliegenden Infos und Mitteilungen, alles sauber, bezüglich KRR bearbeitet."

Nachdem es lange Zeit still um Böhm gewesen und vorstehender Artikel bereits wieder aus diesem Register gelöscht worden war, wurde der "KRR"-FAQ Anfang Mai 2009 eine E-Mail Böhms zugesandt, mit der er ein Word-Dokument "Geheimsache BRD" versandte. Laut Signatur der E-Mail ist Böhm inzwischen Geschäftsführer einer Vereinigung "Eurotekt Ewiv". Zweck dieser "Europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung" (EWIV) soll laut Handelsregister sein: "die Zusammenarbeit der Mitglieder, insbesondere grenzüberschreitend, in den Bereichen der Projektentsicklung, Exploration und Infrastrukturerstellung zur Planung und Realisierung nationaler Bauobjekte innerhalb, aber auch ausserhalb der EU unter Zusammenführung und Koordination der hierfür erforderlichen, internationalen Projektpartner."

Auf der Homepage der "Eurotekt Ewiv" wird dann u.a. auch noch wie folgt geworben: "Geld – Renditen – Finanzierungen – für alle Menschen.  Venture - Capital , Krediten, Finanzierungen, Renten- und Versicherungsanlagen - Programme, Kapitalanlagen".  Und beim Thema "Pension – Pläne – Programme Trading - Kapitalprogramme" heißt es freundlicherweise gleich einleitend: "Wir weisen rein vorsorglich darauf hin, es ist ein Risikogeschäft, d. h. Sie können den einbezahlten Betrag von 20, 30, 50 Euro verlieren.  Es gibt leider auch in dieser Branche schwarze Schafe"... Es wird dann unter anderem für ein Produkt namens "World Pension Plus - WPP" geworben (Screenshot); ähnliche Werbung findet sich auch auf den Seiten des Werner Peters (Screenshot). Von der Deutschen Reichsbank ist allerdings - soweit ersichtlich - nichts zu finden...

Bei der von Böhm Anfang Mai 2009 versandten Word-Datei handelt es sich übrigens um eine "kurze Buchbesprechung" des in Reichskeisen äußerst beliebten Textes "Geheimsache BRD" eines gewissen Sven B. Büchter, über den hier eine kritische Würdigung zu lesen ist.

Bemerkenswert: als "Mitglied einer EWIV" taucht in o.g. Handelsregisterauszug der "Eurotekt Ewiv" besagter Sven Büchter auf. (Screenshot)

Letzte Bearbeitung: 02.05.2009

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Bracht, Hans-Werner, Prof. Dr.

Auf den im Februar 2005 verstorbenen Hans-Werner Bracht berufen sich die "Reichsideologen" sehr gerne bzw. auf sein "Gutachten" mit dem Titel "Deutschland und Preußen heute nach dem Öffentlichen Recht" (auch als "Deutschland und das Deutsche Reich..." verbreitet). Zu diesem "Gutachten" und den verschiedenen Versionen, die davon im Umlauf sind, siehe hier.

Während Uwe Bradler über Bracht schrieb, dieser sei "ein Jurist, nämlich ein Völkerrechtler und genießt ein hohes (auch internationales) Ansehen" und ihn auf den Seiten seiner "Exilregierung" als "unabhängigen Völkerrechtler" bezeichnet, hält sich z.B. Dr. Haug auf seinen Seiten mit solchen Einschätzungen zurück.

Fest steht, daß Bracht an den Fachhochschulen Bielefeld und Lippe Öffentliches Recht lehrte. Keine dieser Fachhochschulen hat jedoch ein Institut für Völkerrecht, geschweige denn eine eigene juristische Fakultät. Es gibt lediglich einzelne Lehrende, die Studierenden beispielsweise im Fachbereich Sozialwesen in Bielefeld Grundbegriffe des öffentlichen Rechts nahebringen.

Bracht war Mitglied der CDU, wurde aus dieser allerdings ausgeschlossen.

Einem Beitrag aus "DER RECHTE RAND" (Nr. 16 vom  März / April 1992, S. 5 f.) sowie der Broschüre "Stop Lifestyle of Hate - die extreme Rechte in OWL" (Hrsg. von der antifa-west, Bielefeld, Januar 2002) ist zu entnehmen, daß Bracht in den 80ern Präsident bzw. Vorsitzender von "Western Goals", einem "Sammelbecken entwurzelter Rechter" rechts der Unionsparteien war. Es handelte sich dabei um den deutschen Ableger des ultrakonservativen US-amerikanischen Braintrusts "Western Goals". Hiernach war Bracht auch zum Vorstand der "Vereinigung verfassungstreuer Deutscher" zu zählen. Diese Vereinigung vertrieb rechtsextreme Schriften, etwa das
österreichische Magazin "Die Aula", und - das ist eine passende Verbindung zur "KRR" - ihr Präsident (also Bracht) kritisierte die Nationalitätsbezeichnung "deutsch" im Reisepaß, weil wir schließlich alle "Bürger des Deutschen Reiches" seien.

Später verteidigte Bracht, der auch als Rechtsanwalt tätig war, den Kriegsschuldleugner Udo Walendy vor dem Bielefelder Landgericht.

Außerdem schrieb Bracht nach einem Bericht des Informationsdienstes "Blick nach rechts" in den
antisemitischen "Unabhängigen Nachrichten". Dort forderte das Mitglied des national-völkischen "Witikobundes" auch den Zusammenschluss der extrem rechten und neonazistischen Parteien DVU, DSU, NPD und des mittlerweile aufgelösten "Bund Freier Bürger". Damit nicht genug der Mitgliedschaften: Bracht zählte auch zu den Mitgliedern der DSU, der Marburger Burschenschaft "Arminia" und der "Interessengemeinschaft für die Wiedervereinigung Gesamtdeutschlands e.V.", welche die "52jährige Okkupation Schlesiens, Pommerns, und Ostpreußens" beenden und "unsere alte Heimat" wieder "besiedeln und bewohnbar" machen möchte.

Hans-Werner Bracht wurde im Oktober 2002 vom "Freistaat Preußen" des Dr. Rigolf Hennig als "verdienter Mitstreiter" mit der "Verleihung des 'Ehrenstaatsrates' - zugleich 'Ehrenbürger' geehrt", wie der Zeitschrift "Der Preuße" 3/2002 (S. 26) zu entnehmen war.

1957 veröffentlichte Bracht einen Forschungsbericht "Zum Problem der völkerrechtlichen und staatsrechtlichen Kontinuität Deutschlands nach 1945" in der Zeitschrift für Ostforschung (ZfO), ZfO 6, 1957, S. 293-297.

-> Siehe auch Wikipedia

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Bradler, Uwe

Uwe Bradler war unter Ebel "Ministerialdirektor" und "Pressesprecher", bekleidete diese Posten auch unter der ersten Konkurrenz-"Regierung" des Reichskanzlers Karl-Heinz Neubauer, bis dieser ihn "entließ". Zunächst versuchte Bradler seinerseits, Neubauer zu verdrängen. Anfang Mai 2004 schloß er sich jedoch der "Exilregierung Deutsches Reich" an. Im Protokoll der Gründungsveranstaltung, an der Bradler teilnahm und in deren Verlauf er am "Vorstandstisch" Platz nahm, wird er als "früherer Leiter der Pressestelle der kommissarischen Reichsregierung" bezeichnet, firmierte später als "Pressestelle der Exilregierung des Deutschen Reiches". Uwe Bradler war über lange Zeit der wohl aktivste "KRRler", zeichnete verantwortlich für etliche Domains und "Informationsseiten" zum Thema "KRR". Als Berufe gibt Bradler gleich drei an: Maschinenbauer, Elektroniker und Elektroinstallateur.

Aufgrund seiner Selbstdarstellung ist über Bradler recht viel aus öffentlichen Quellen zu erfahren.

So räumte er ein (wenn auch erst nach einem Hinweis eines "Reichsbürgers"), daß gegen ihn von den eigenen Leuten wegen Veruntreuung von rund 60.000 DM "ermittelt" wurde. Damals habe er "Reichspräsident" Neubauer über alles entsprechende Abrechnungen vorgelegt. Letztlich sei es dann noch um einen Betrag von 12.000 DM gegangen, bei dem jedoch alles mit "rechten" Dingen zugegangen sei (Screenshot). Inwieweit die genannten Summen tatsächlich zutrafen ist zweifelhaft.

Außerdem gab Bradler (allerdings ebenfalls nicht ganz freiwillig) zu, daß er bereits vorbestraft sei - wegen Anstiftung zum Diebstahl (angeblich ein Autoradio) sei er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden (Screenshot). Genauere Einzelheiten schilderte er nicht.

In einem Verfahren gegen Bradler vor dem Amtsgericht Magdeburg im Mai 2003 kam ans Licht, daß in einem Gutachten bei Bradler verminderte Schuldfähigkeit festgestellt worden war (§ 21 StGB). Aus diesem Grunde hatte das Gericht Bradler auch einen Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. (Es handelte sich bei diesem Verfahren um eines wegen Beihilfe zur Urkundenfälschung, das wegen der mangelnden Urkundsqualität der "KRR-Ausweise" mit einem Freispruch endete; mehr dazu hier). Im übrigen wies die Richterin darauf hin, daß sie noch weitere Akten über Bradler auf ihrem Schreibtisch habe. Um was für Verfahren es sich dabei handelte und was aus diesen inzwischen geworden ist, wurde der "KRR"-FAQ nicht bekannt.

In zahlreichen Äußerungen Bradlers zeigte sich, daß er offen rechtsextremen Thesen anhängt. So leugnete er in seinem eigenen Forum mehrfach den Holocaust. Auch im Forum von Jo Conrad wurde von einem Nutzer namens Uwe Bradler der Holocaust geleugnet (Screenshot). In diesem Forenbeitrag wurde beinahe schon stolz auf eine Seite verwiesen, die Bradler gemeinsam mit Klaus Weichhaus betrieb.

Mit Blick auf Homosexuelle schrieb Bradler auf einer seiner Internetseiten von "pervertiertem Sex" und beklagte "den rapide zunehmenden, moralischen Verfall unserer Gesellschaft": "Perversion, Korruption und Gottlosigkeit wohin man schaut" (siehe dazu auch hier). Wenig später wurden diese Formulierung allerdings wieder von der Seite gelöscht. Eine mögliche Begründung fand sich in seinem Forum: Bradler wollte nicht den Anschein erwecken, "nationalsozialistischen Wertvorstellungen" zugekehrt zu sein (Screenshot). In seinem Forum behauptete er plötzlich: "Daß in dieser jetzigen Gesellschaft die Gleichgeschlechtlichkeit zunehmend wieder salonfähig wird, ist zu begrüßen" (Screenshot).

Bradler trat im Dezember 2003 zudem bei einem Heimatabend auf Manfred Roeders "Reichshof" als Hauptvortragsredner auf. Auf der Veranstaltung war auch Gerd Ittner (u.a. "Reichssachwalter") zu Gast (-> Artikel bei redok).

Auch bei Uwe Bradler zeigte sich (wie z.B. bei Bernhard Becker), daß die "KRRler" zwar gerne gegen die Bundesrepublik Deutschland hetzen und wettern, doch immer, wenn es etwas zu holen gibt, nur zu gerne die Hand aufhalten. Im Verlaufe eines Strafverfahrens gegen ihn vor dem Amtsgericht Magdeburg im Juli 2005 wurde beispielsweise bekannt wurde, daß er jedenfalls zu diesem Zeitpunkt Arbeitslosengeld II bezog.

In diesem Verfahren verurteilte ihn das Amtsgericht Magdeburg am 22. Juli 2005 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Monaten, für 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Bradler wurde des Besitzes kinderpornographischer Schriften und der Volksverhetzung für schuldig befunden. Der "Pressesprecher" hatte u.a. in seinem Forum behauptet, Fritjof Meyer habe in seinem Aufsatz "Die Zahl der Opfer von Auschwitz" die Zahl der Opfer des Holocausts auf insgesamt ca. 500.000 reduziert. Tatsächlich hatte sich Meyer in seinem fragwürdigen Aufsatz - wie es der Titel erkennen läßt - lediglich mit den Opfern von Auschwitz befaßt. Im Rahmen dieses Verfahrens kamen weitere Vorstrafen Bradlers ans Licht: 1995 wurde er vom Amtsgericht Braunschweig wegen Diebstahls in 35 Fällen und Anstiftung zur Falschaussage in zwei Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Ein Jahr später verurteilte ihn das Landgericht Magdeburg wegen Diebstahls, Freiheitsberaubung in zwei Fällen, Körperverletzung, Erpressung, Nötigung und Anstiftung zur Falschaussage ebenfalls zu zwei Jahren auf Bewährung. Mit Urteil vom 7. März 2005 wurde Bradler vom Landgericht Magdeburg wegen Mißbrauchs von Amtsbezeichnungen und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.
Gegen das Urteil des Amtsgerichts Magdeburg legte Bradler Berufung ein. Diese wurde am 31. Mai 2006 vor der 8. Strafkammer des Landgerichts Magdeburg verhandelt (Geschäfts-Nr.: 28 Ns 247/05). Hier kam eine weitere Verurteilung ans Licht. Am 10.12.2004 wurde Bradler vom Amtsgericht Bayreuth wegen Urkundenfälschung und Fahren ohne Führerscheins zu 35 Tagessätzen und 2 Monaten Fahrverbot verurteilt. Während der Berufungsverhandlung vor dem LG Magdeburg unternahm Bradler Prozeßbeobachtern zufolge keinerlei Versuch, das Gericht auf dessen angebliche "Nichtexistenz" hinzuweisen. Die "Reichsargumentation" sei völlig außen vor geblieben. Stattdessen habe Bradler - wie schon in der 1. Instanz - in der Sache argumentiert. Die Berufung Bradlers wurde auf dessen Kosten verworfen. Als "Verteidiger" Bradlers trat übrigens ein gewisser Jessie Marsson auf, der Anfang 2009 als Aushängeschild des "Fürstentum Germania" von sich Reden machen sollte.

"Parteipolitisch" aktiv wurde Bradler im Vorfeld der Bundestagswahlen 2005: er fungierte als eine von mehreren Kontaktpersonen auf der Internetseite der "Partei Deutsches Reich", die allerdings vom Bundeswahlausschuß nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde. Ebenfalls genannt: Norbert Schittke (Screenshot).

Auch das Geschäftsleben ist Bradler nicht unbekannt. Mit einer Firma "Secusys" war Bradler "Ihr Partner in Sachen Sicherheit" (Screenshot). Als Geschäftsführer der N + V Baubetreuung GmbH war Bradler ebenfalls tätig. Dem Handelsregister ist zu entnehmen, daß diese offenbar in Insolvenz ging. Bradler wurde jedenfalls zum Liquidator bestellt (Handelsregister-Bekanntmachungen vom 18.05.2006, Bundesanzeiger Ausgabe 0094 / 2006).

Der im April 2006 veröffentlichte Bericht des Niedersächsischen Verfassungsschutzes für das Jahre 2005 widmet sich Bradler kurz.

"Als "Leiter des Presse- und Informationsamtes" der Exilregierung fungiert Uwe BRADLER. (...) BRADLER war bis 2004 Anhänger der Kommissarischen Reichsregierung (KRR) um den Berliner Rechtsextremisten Wolfgang Gerhard Günter EBEL (...)"

heißt es auf Seite des Berichts (Niedersächsischer Verfassungsschutzbericht 2005, Pressefassung, PDF-Datei, ca. 921 kb). Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Bekanntermaßen kam es bereits im Herbst 2001 zur Trennung zwischen Bradler und Ebel, als im Zuge einer "Palastrevolution" Karl-Heinz Neubauer zum "Reichspräsidenten" wurde, den Bradler fortan unterstützte.

Nachdem im Mai 2006 die o.g. Berufung Bradlers verworfen worden war, wurde dieser für die "Exilregierung" anscheinend untragbar. Als Tagesordnungspunkt für das 3. Quartalstreffen der "Exilregierung" im Jahr 2006 soll jedenfalls die "ehrenvolle" Verabschiedung Bradlers angekündigt worden sein, um den es in der Folgezeit tatsächlich immer ruhiger wurde.

Dies ist darauf zurückzuführen, daß Bradler, der zeitweise von bundesdeutschen Behörden mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war, Ende Juni 2006 in Roses, einer Stadt in der katalonischen Provinz Girona, verhaftet wurde. Tatverdacht einmal mehr u.a.: Besitz von Kinderpornografie. Bradler wurde in Untersuchungshaft genommen.

Wie er später auf seiner eigenen Internetseite berichtete, wurde Bradler nach fast zwei Jahren im Mai 2008 aus der U-Haft entlassen. Bradler behauptet, "reingelegt" worden zu sein. Der Hauptbelastungszeuge wird von ihm als "Denunziant" bezeichnet, der "sich in seinen Aussagen in immer mehr Lügen verstrickt" habe und vor Gericht nie (oder jedenfalls bis vor dem letzten Verhandlungstag nicht) erschienen sei. "Reichskanzler" Schittke behauptete in einer Stellungnahme vom 15.06.2007 an die spanischen Behörden, der Belastungszeuge sei "angeblich" für die Reichsregierung Ebels tätig und stellte diese gesamte merkwürdige Angelegenheit somit quasi als Sabotage-Akt einer konkurrierenden Reichsregierung dar (Screenshot). Am 25.09.2008 fand offenbar der dritte und letzte Verhandlungstag gegen Bradler statt. Auf besagter Internetseite schrieb Bradler zuvor über den Belastungszeugen:

"Wird er mutig vor den Kameras seine Lügen noch einmal vor dem Gericht wiederholen? ... Ich sei gar nicht in Olot zum arbeiten gewesen ... er habe mich nicht ab Figueres zu Fuß nach Empuriabrava laufen lassen, um Zeit für seine Manipulationen und den Diebstahl des Laptops zu gewinnen ... ich habe den Kevin nachts zum Strand gelockt, um ihm seine Füße zu lecken ... ich betreibe ein weltweit agierendes Kinderporno-Vertriebsnetz, von dem niemand außer XXX selbst etwas weiß??

Bradler kündigt zwar auf seiner Internetseite groß an, das Urteil zu veröffentlichen, sobald es eines gibt. Doch dies ist bislang nicht geschehen.

Bereits am 13.09.2009 trat Bradler offenbar wieder für die "Exilregierung" als Redner auf. Dem Protokoll der "Bürgerversammlung" jenes Tages ist jedenfalls für 11:30 Uhr der Tagesordnungspunkt "Grundsatzvortrag für alle Reichsbürger von Herrn Uwe Bradler" zu entnehmen.

In Bradlers Bericht über die Ereignisse in Spanien tauchen übrigens auch die Namen Jessie Marsson, Sebastian M. und Michael Freiherr von P. auf (Screenshot). Bei Jessie Marsson handelt es sich um das bereits oben erwähnte Aushängeschild des "Fürstentums Germania". Wie von Bradler veröffentlichte Fotos belegen, ist besagter "Sebastian M." ein weiterer Gründer Fürstentums, nämlich Sebastian Mayer. Bei "Michael Freiherr von P." dürfte es sich dann vermutlich um den "Fürsten" Germanias handeln, Michael von Pallandt.

Zum Fürstentum Germania siehe hier.

 

Letzte Bearbeitung: 01.05.2009

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Bund für echte Demokratie, BfeD

-> siehe Steinbach, Norbert

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Conrad, Jo

Das Tätigkeitsfeld des Johannes "Jo" Conrad ist groß. Er war Taxifahrer, Moderator beim Offenen Kanal, sowie Komparse beim ARD-"Tatort" aus Bremen. Hauptsächlich bekannt ist er durch seine esoterisch-verschwörungstheoretischen Bücher. Darin verbreitet er so ziemlich jede Verschwörungstheorie. Auch die Gedankenwelt der "Reichsideologen" ist ihm folglich nicht fremd.

Die Allgemeinbildung Conrads scheint allerdings erschreckend dürftig. Während er in seinen Büchern z.B. die Mondlandung anhand angeblich fundierter physikalischer Untersuchungen zu widerlegen versucht, scheitert er bereits bei einer so simplen Frage wie der, in welchem Bundesland denn die Städte Köln und Bonn zu finden seien. Conrad steckt diese Städte mal eben nach Hessen (Screenshot).

Jo Conrad ist eng verbunden mit Michael Kent, welcher der Scientology-Sekte nahehesteht sowie mit dem Autor Jan Udo Holey (alias "Jan van Helsing"). Für das von Jan van Helsing zwischen Januar 2007 und Dezember 2009 betriebene Internet-TV-Projekt "secretTV" war Conrad eine Zeitlang aktiv, hatte dort eigene Sendungen. Ende März 2009 kam es jedoch zum Bruch, welchen die Macher von "secretTV" mit Conrads Engagement für das "Fürstentum Germania" begründeten und der ihnen sogar eine eigene "Presseerklärung" wert war. Darin hieß es u.a.:

"Der Internet-TV-Sender "secret.TV" gibt mit sofortiger Wirkung seine Trennung von Moderator Jo Conrad bekannt. (...) Diese Unparteilichkeit ist bei Jo Conrad durch sein nachdrückliches öffentliches Eintreten für das "Fürstentum Germania" zum Bedauern von "secret.TV" nicht mehr im notwendigen Maße gewährleistet."

Conrad behauptet immer, kein Antisemit oder Rechtsextremist zu sein. Sein Tun und Unterlassen gerade in seinen Internetforen, aber auch in seinem alten Gästebuch (Screenshot) sowie das völlig unkritische Zitieren volksverhetzender Bücher lassen hieran allerdings Zweifel aufkommen.

 

Inhaltsübersicht

 

I. Conrads Bücher

II. Conrad und die "Reichsregierungen"

III. Conrads Internetaktivitäten

IV. Conrads Konflikte mit dem Gesetz

 

I. Conrads Bücher

Conrads wohl bekanntestes Werk trägt den Titel "Entwirrungen". Darin zitiert er ganz offen und unkritisch aus volksverhetzenden Schriften wie den "Protokollen der Weisen von Zion", den - wegen volksverhetzender Inhalte automatisch indizierten - "Geheimgesellschaften" von "Jan van Helsing" (alias Jan Udo Holey) sowie dem Buch "Die Ideologie der Neuen Weltordnung" des ehemaligen SS-Mannes Hans Werner Woltersdorf:

"Eine brilliante Analyse", heißt es bei Conrad, "liefert Hans Werner Woltersdorf in seinem Buch (...) Er schreibt über die Protokolle der Weisen von Zion, dass es unerheblich sei, ob sie auf ein Treffen von Zionisten zur Planung der Erringung der Weltherrschaft zurückgehen oder auf eine Streitschrift gegen Napoleon III. (...) In beiden Fällen seien es jüdische Gedanken."

Dieses Buch ist - nach Informationen des Informationsdienstes gegen Rechtsextremismus, IDGR - ebenfalls "indiziert" (StA Koblenz, 2101 Js 35821/93 - 22 Ls).

In der Widmung der "Entwirrungen" bedankt sich Conrad u.a. bei Christian Joswig.

In einer von der Hamburger Innenbehörde im Februar 2006 herausgegebenen Broschüre ("Brennpunkt Esoterik", Download PDF-Datei, ca. 850 kb) wird den "Entwirrungen" neben eher "diffusen Verschwörungstheorien" auch "ungefilterter Antisemitismus" attestiert (Seite 223). Und im Nachfolgewerk "Zusammenhänge" werde der Angriffskrieg der Nazis zum "Notwehrakt verklärt".

Die Süddeutsche Zeitung verweist darauf, daß "Helsings Adept" Jo Conrad in seinen Schriften rechtsradikales und verschwörungstheoretisches Material mit den Szenarien des britischen "Science-Fiction-Autors" David Icke mische (sueddeutsche.de vom 04.03.2004).

zur Inhaltsübersicht

 

II. Conrad und die "Reichsregierungen"

Auch die Gedankenwelt der "Reichsideologen" ist Jo Conrad nicht fremd. An einige Aussagen der "KRRs" hat er sich daher ebenfalls angehängt, distanziert sich anderereits öffentlich von den "KRRs":

"Mir geht es nicht um die KRR, sondern die Fragen, die damit verbunden werden", schrieb er im November 2004 (Screenshot).

Im "Freigeist"-Forum zeigte Conrad Anfang Juni 2005, daß er sich auch an die "Das Grundgesetz ist keine Verfassung"-Mär angehängt hat, die vor allem in rechten Kreisen beliebt ist, um die demokratische Legitimation und die Souveränität Bundesrepublik Deutschland in Frage zu stellen. So schrieb er zu der Feststellung eines Forenmitglieds, Volksverhetzung sei verboten und "verfassungsfeindlich":

"Ach ja, Z, verfassungsfeindlich? Welche Verfassung meinst Du denn? Ich wüßte nicht, daß wir eine haben. Wir haben ein Grundgesetz." (Screenshot)

Und wenig später:

"im Grundgesetz stand mal die Vorgabe, daß sie nur als Übergang diente solange es keine vom Volk frei gewählte Verfassung gäbe. Das ist eben der Unterschied, daß uns das Grundgesetz von den Siegermächten gegeben wurde." (Screenshot)

Diese Aussage entspricht der - falschen - Behauptung, eine Verfassung könne nur "frei vom Volk gewählt" sein, wie sie insbesondere von den "Reichsideologen" gerne vertreten wird (siehe zu diesem Thema auch die Fragen II/17, II/19 und II/20).

In den von Jo Conrad betreuten Internetforen versammeln sich immer wieder "Reichsideologen" und versuchen, ihre Thesen zu verbreiten.

Ab Anfang 2009 war Conrad schließlich eine der treibenden Kräfte bei der Gründung des "Fürstentums Germania". Mit seiner Hilfe wurde ein bis dahin in der "Reichsszenze" unbekannter Werbefeldzug im Internet gestartet. Als im von Conrad als Administrator betreuten "Freigeist"-Forum für diesen merkwürdigen "basisdemokratischen Kirchenstaat" geworben wurde, duldete Conrad keinerlei Kritik an der Idee und den handelnden Personen (Screenshot). Conrad "moderierte" u.a. am 14.02.2009 einen mehrstündigen Live-Stream anläßlich der Gründung des Fürstentums. Hierbei verbreitete er auch die Verschwörungstheorie, auf dem Personalausweis sei "Baphomet", der Teufel, zu sehen (Screenshot; siehe dazu hier). Conrad war auch bereits auf der Gründungsvorbereitungsveranstaltung zu Gast. Zudem wurde bei GoogleVideo ein Interview Conrads mit dem Aushängeschild dieses neuen "Staates" , Jessie Marsson, veröffentlicht.

Nach dem Aus für das "Fürstentum Germania" im Sommer 2009 dauerte es bis Anfang Januar 2010, ehe sich Conrad wieder öffentlich mit Jessie Marsson zusammentat und ein neues Projekt namens "Bewusst.tv" startete. Die Internetseite für dieses Projekt wird allerdings anonym in Japan gehostet.

 

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III. Conrads Internetaktivitäten

Im März 2004 wurde Conrad von dessen damaligem Provider seine Domain sowie sein Internetforum fristlos gekündigt. Conrad will keine genaue Begründung erhalten haben. Allerdings gab es immer wieder fragwürdige, teilweise volksverhetzende Beiträge im Forum, weswegen es zu Beschwerden beim Provider kam. Conrad selbst schritt nicht dagegen ein, beteiligte sich stellenweise sogar selbst daran. So setzte Conrad auf seiner Webseite in einem Absatz den Holocaust in Verbindung mit der "Brutkasten-Geschichte" (Propaganda-Trick der USA, u.a. zur Rechtfertigung des ersten Irak-Kriegs) und den angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins (Screenshot) und stellte damit - wenn auch in eine rhetorische Frage verpackt - den Holocaust in Frage.

Bereits mit dem Vorgängerforum hatte es so viel Ärger gegeben, daß es im Jahr 2001 gelöscht worden war. Der Provider hatte die Schließung damals u.a. mit den Worten begründet: "Es gibt zu dem Forum zuviele berechtigte Beschwerden was Volksverhetzung anbelangt. Es werden auch jede Menge Links zu indizierten Schriften gepostet oder teilweise per iframe eingebunden. Da sich nicht nur Gäste daran beteiligen, sondern auch Stammposter, bleibt mir nichts anderes übrig als das Forum zu löschen" (Screenshot). Außerdem hatte der Provider Conrad als "unkooperativ" bezeichnet und geschrieben: "Es fehlt die nötige Mitwirkung seinerseits seine Volksverhetzer in den Griff zu bekommen, ganz im Gegenteil, sein Verhalten fördert das nicht nur, sondern spornt die Volksverhetzer geradezu an" (Screenshot).

Lange Zeit durften bekannte antisemtische Hetzer, wie Hitler-Verehrer Peter Schmidt ("MeMo"), in Conrads Foren für ihre Sache werben und unbehelligt gegen "Jene" (also "die Juden") hetzen. Unbehelligt jedenfalls von Conrad. Am 19. Januar 2005 veröffentlichte Christian D., ein über einen großen Zeitraum hinweg sehr aktives Mitglied, der durch zahlreiche antisemitische Beiträge auffiel, in einem anderen Forum einen Strafbefehl, den das Amtsgericht Augsburg gegen ihn erlassen hatte (Az.: 7 Cs 101 Js 133439/04). Wegen Volksverhetzung wurde darin zunächst eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten zur Bewährung verhängt. Grundlage waren Texte, die in einem "Chat" Anfang 2004 unter der Überschrift "Davidstern im neuen Personalausweis" veröffentlicht worden waren. Auf Nachfrage, in welchem "Chat" die Veröffentlichung erfolgt sei, antwortete D.: "Im alten, nicht mehr existierenden JoConrad Forum" (Screenshot). Besonders übel: erst wenige Tage vor der Anfang 2005 sanktionierten Tat war D. wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden und hatte dies ebenfalls im Forum des Jo Conrad mitgeteilt. Conrad störte sich damals lediglich an der Äußerung, man habe ihn zu 2100 "Judo" Strafe verurteilt. Damit mache er "es denen aber auch leicht", so Conrads Hinweis. D. legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein, über den am 7. September 2005 verhandelt wurde. Das Strafmaß wurde auf 4 Monate Freiheitsstrafe erhöht, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Während diese Straftat also von der Justiz geahndet wurde, konnte ein Nutzer namens Uwe Bradler im Oktober 2003 bei Conrad offensichtlich folgenlos den Holocaust leugnen (Screenshot), was von Conrad sogar noch quasi zustimmend mit den Worten "Du brauchst mir doch nichts zu erzählen über diese Thematik" kommentiert wurde (Screenshot).

Nach außen hin gab Conrad die Verantwortung für das neue "Freigeist"-Forum schließlich auf. Es wurde eine neue Domain eingerichtet und versucht, den Eindruck zu erwecken, das Forum stünde unter einer neuen Leitung. Die neue Domain war zunächst auf eine Anschrift in Südafrika registriert, seit etwa Dezember 2007 auf eine Anschrift in Somalia. Der Inhaber der Domain ist aus der "Chemtrail"-Szene bekannt - in der sich selbstverständlich auch Conrad tummelt - und verdient seinen Lebensunterhalt u.a. mit dem Verkauf von "Cloudbustern". Allerdings tritt Conrad noch immer als Administrator des Forums auf und bekommt nach eigenen Angaben wegen einiger Beiträge im Forum hin und wieder Besuch von der Polizei. Auch wenn das Forum den Titel "Freigeist" trägt, fällt auf, daß sachliche Argumente - gerade im Hinblick auf das "Deutsche Reich" - dort nicht gewünscht sind. Wer Conrads Thesen bzw. denen der "Reichsideologen" widerspricht, auf geltende Gesetze hinweist u.a., wird schnell als "Systemling" abgekanzelt oder gesperrt.

Für Conrads eigene Seite fand sich mit Erhard Lorenz, der in der Szene der "Reichsregierungen" kein Unbekannter ist, ein neuer Provider in Deutschland. Conrad lobte ihn bei Neueröffnung seiner Seite als jemanden, der sicherlich nicht so schnell "einzuschüchtern" sei wie sein ehemaliger Provider (Screenshot).

Teil von Conrads Seite ist eine Liste mit "Links und Empfehlungen". Dort findet sich noch immer die inzwischen eingestellte Internetseite "Die Oppositionelle" (Screenshot). Der Betreiber dieser Seite, Klaus K., wurde bereits in mindestens drei Fällen wegen Volksverhetzung verurteilt, so zum Beispiel im Jahr 2007, wie die taz berichtete. Er hatte auf seiner Internetseite Texte veröffentlicht, in welchen der Holocaust geleugnet wurde.

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IV. Conrads Konflikte mit dem Gesetz

Im September 2002 war Jo Conrad ein Thema im Rahmen eines Vortrags anläßlich des Symposiums "Politischer Extremismus als Bedrohung der Freiheit", ausgerichtet vom Thüringer Verfassungsschutz. Dr. Stefan Meining, Journalist des Bayerischen Rundfunks, ging im Verlaufe seines Vortrags "Rechte Esoterik in Deutschland" auch auf den "rechte(n) Medienmann" Conrad ein. Er sei "ohne Zweifel" ein "Meister der rhetorischen Frage" und wisse, wie weit er gehen könne, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, behauptet Meining (Tagungsband, S. 61; PDF-Datei, ca. 700 kb). Tatsächlich ist Conrad inzwischen jedoch mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Zwei Strafverfahren gegen Conrad wurden gegen Geldauflage nach § 153a StPO eingestellt.
So wurde 1997 u.a. gegen Conrad wegen volksverhetzender Äußerungen in seiner Sendung "Hot Spot" ermittelt; das Verfahren wurde gegen Zahlung von 500 DM eingestellt, wie bei nadir.org am 6. November 1997 nachzulesen war.

Ein weiteres Verfahren gegen Conrad war 2004 u.a. wegen des Tatvorwurfs der üblen Nachrede unter dem Aktenzeichen 521 Js 20784/04 bei der Staatsanwaltschaft Verden anhängig. Es wurde gemäß § 154 StPO eingestellt. Eine Einstellung nach § 154 StPO bedeutet, daß der Beschuldigte wegen einer anderen Tat eine höhere Strafe als im eingestellten Verfahren zu erwarten hat. Die zuständige Staatsanwältin weigerte sich allerdings in einem Schreiben vom 06.02.2006 - das der "KRR"-FAQ vorliegt - dem betroffenen Anzeigenerstatter Aktenzeichen und Strafmaß des "Parallelverfahrens" mitzuteilen.

Noch im selben Monat wurde schließlich in mehreren Internetforen die Information veröffentlicht, daß Jo Conrad der Volksverhetzung für schuldig befunden und - rechtskräftig - verwarnt worden sei (Screenshot). Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden (Az. 521 Js 31016/04) war durch das zuständige Amtsgericht ein Strafbefehl erlassen worden. Darin wurde eine Geldstrafe bestimmt, deren Verhängung jedoch vorbehalten wurde. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Geldstrafe zur Bewährung (§ 59 StGB). Conrad bestätigte die Verwarnung in einem Forenbeitrag vom 27.02.2006 (Screenshot). Wie angesichts der einschlägigen Vorgeschichte Conrads eine solche Entscheidung begründet wurde, ist leider nicht bekannt.

Inzwischen schweigt Conrad allerdings über diese Verwarnung.

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-> siehe zu Conrad auch Holocaust-Referenz (h-ref)

-> Süddeutsche Zeitung: Rechtsextreme Esoterik: Arier im Mikrowellen-Krieg

Stand: 30.01.2010

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Letzte Änderung: 14.03.2010.

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