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Die "KRR"-FAQ


Register


Bitte beachten Sie diese einleitenden Worte zum Register

- Joswig, Christian
- Kaleta, Frank Uwe
- Kastius, Christoph
- Kent, Michael
- Kreipl, Alfred
- Lorenz, Erhard
- Ludowici, Edgar Romano



Joswig, Christian

Christian Joswig ist ein gern gesehener Gast auf diversen Vortragsabenden, meist zum Thema "Neue Medizin". Er bezeichnet sich selbst als "Wissenschaftsjournalist". Über seine fachlichen Qualifikationen ist nichts bekannt.

Allenfalls tut sich Joswig als "Verschwörungstheoretiker" hervor.

Seine Beiträge werden gerne von Bernhard Becker auf dessen Internetseite veröffentlicht.

Zum Thema "AIDS" schreibt Joswig beispielsweise:

"Afrika stirbt nicht an A I D S !

Die Panikmache, Afrika wäre durch die Seuche AIDS bedroht, ist ein grausames Verbrechen westlicher Kapitalisten an einem ganzen Kontinent.
Ein Virus HIV gibt es nicht.
Eine ansteckende tödliche Immunschwächekrankheit "Aids" gibt es nicht.
Weder in Afrika noch sonst irgendwo auf der Erde gibt es auch nur einen einzigen HIV-infizierten Menschen !!!"

(Screenshot)

Außerdem wurde bei Bernhard Becker ein "Infopost-Rundschreiben" vom 6. Dezember 2000 veröffentlicht, das von Joswig stammen soll und in dem u.a. behauptet wird, "die Juden" hätten schon seit 15 Jahren Kenntnisse in der "Neuen Medizin" und ihre "Führer" hätten angeordnet, Juden nur noch nach dieser Methode zu behandeln, nicht mehr nach der "schlechten Schulmedizin". Hierdurch sei, so Joswig, eine "gewisse Wiedergutmachung" erfolgt, "denn man kann bestimmt hochrechnen, daß in den letzten 15 Jahren in der gesamten Medizin durch die Beibehaltung der alten 'Schulmedizin' so an die 6 Millionen deutsche Patienten von ihren Ärzten ermordet wurden" (Screenshot).

Ein Beitrag Joswigs zum Thema AIDS findet sich sogar auf den Internetseiten der NPD Sachsen-Anhalts in der Rubrik "Gesundheit" (Screenshot).

Darüber hinaus bezeichnet sich Joswig als "Bürger des Deutschen Reiches".

Bekannt wurde er durch seinen Schriftwechsel mit dem Landratsamt Kamenz. Er war im März 2002 "geblitzt" worden und sollte ein Bußgeld in Höhe von 20 EUR (zzgl. Verfahrenskosten) bezahlen. Hiergegen setzte er sich mit der "Reichsargumentation" zur Wehr. Die Sache wurde an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben, es wurde ein Termin zur Hauptverhandlung anberaumt. Nach weiterer Belästigung durch Joswigs Pamphlete stellte das Amtsgericht Kamenz mit Beschluß vom 26.06.2002 das Verfahren gemäß § 47 Abs. 2 OWiG ein (3 Owi 140 Js 6734/02). Dieser Vorgang wurde als PDF-Datei in diversen Internetforen verbreitet und erntete Belustigung, ungläubiges Staunen, aber auch Zustimmung. Selbst eine Rechtsanwaltskanzlei hat inzwischen unter der Überschrift "Bußgeldbescheid in Sachsen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten – Was tun?" Auszüge aus dem Schriftwechsel auf ihrer Internetseite veröffentlicht: in der Rubrik "Humor", leider ohne einen einzigen Hinweis auf den Hintergrund.

Dieser Fall dürfte ein Beispiel dafür sein, wie es Behörden besser nicht machen sollten. § 47 OWiG bietet eine bequeme Möglichkeit, Ordnungswidrigkeiten einzustellen, es handelt sich dabei um eine Ermessensvorschrift. Im Falle Joswig dürften sich Gericht und Staatsanwaltschaft wohl darüber einig gewesen sein, daß man wegen 20 EUR nicht ernsthaft einen teuren Prozeß führen sollte, zumal abzusehen war, daß Joswig Rechtsmittel einlegen würde. Einerseits ist dieser Schritt aus ökonomischen Gründen sicherlich nachvollziehbar, "pädagogisch" jedoch wenig wertvoll. Denn durch die Veröffentlichung solcher Vorgänge könnten auch "normale" Menschen auf den Gedanken kommen, sich auf diese Weise vor der Bezahlung von Bußgeldern zu drücken. Und die "Reichsideologen" fühlen sich bestätigt, da nirgends ausdrücklich auf ihre "Thesen" eingegangen wird.

Wie ein vergleichbares Verfahren aussieht, wenn die Behörden nicht auf diesen bequemen Weg ausweichen, können Sie übrigens hier nachlesen.

Auf Uwe Bradlers Informationsseiten waren weitere Schreiben Joswigs veröffentlicht. Aus denen geht hervor, daß es mindestens zwei weitere Straf(befehls)verfahren gegen ihn gegeben hat (Amtsgericht Kamenz, 1 Cs 120 Js 10279/97 und Amtsgericht Dresden 218 Cs 207 Js 39291/97).

Wissenswert ist noch, daß es Zusammenhänge zwischen Joswig, Kawi Schneider und Peter Schmidt gibt.

Im Juni 1993, anläßlich einer AIDS-Konferenz in Berlin, verteilte Joswig gemeinsam mit Schmidt Flugblätter über die angebliche "AIDS-Lüge". Hierbei soll es auch zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen sein (Screenshot). Schneider und Schmidt hatten zuvor im Berliner Offenen Kanal insgesamt 9 Stunden lang über die "AIDS-Lüge" berichtet (Screenshot).

Auf der Internetseite des o.g. Bernhard Becker fand sich am 30.11.2005 ein Bericht von Kawi Schneider. Dieser schreibt, Joswig habe ihm mitgeteilt, daß es "soeben" eine Hausdurchsuchung bei ihm gegeben habe. Es "ginge wohl um einen Verdacht der 'Volksverhetzung' im Zusammenhang mit einer CD, die er früher mal weitergegeben habe", heißt es weiter (Screenshot).

Ebenfalls auf der "unglaublichen" Internetseite des Bernhard Becker wurde im Juli 2006 ein angeblich von Joswig stammendes Schreiben vom 10. Juli 2006 an das Amtsgericht Kamenz veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß das Amtsgericht am 26. Juni 2006 gegen Joswig einen Strafbefehl erlassen hat (7 Cs 170 Js 10328/05). Soweit ersichtlich, wurde Joswig darin zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 20 EUR verurteilt. Tatvorwurf: Volksverhetzung. Joswig soll "Info-CDs" verteilt haben, um - wie in dem Schreiben zu lesen ist - Menschen "mal wahrheitsgemäß über verschiedene Themen (zu) informieren". Die "Informationen" haben dabei wohl auch den Holocaust betroffen. Jedenfalls heißt es: "Auf Seite zwei des 'Strafbefehls' wird behauptet, mir wäre bewußt gewesen, oder ich hätte es zumindest billigend in Kauf genommen, daß die Behauptung, der 'Holocaust' habe gar nicht stattgefunden, unwahr ist". Außerdem läßt sich dem Schreiben entnehmen, daß Joswig vorgeworfen wurde, das Judentum diffamiert zu haben. Das Pamphlet, in dem die zuständige Richterin u.a. als "Heuchlerin, Scharlatanin und Betrügerin" beschimpft wird, dürfte vom Gericht als Einspruch ausgelegt werden, so daß voraussichtlich eine Hauptverhandlung terminiert werden wird. Ob es darüber hinaus Anlaß zur Eröffnung eines weiteren Ermittlungsverfahrens bietet (es bleibt nicht bei der Beschimpfung der Richterin; vielmehr wird der Holocaust auch mehrfach als "angeblich" bezeichnet und behauptet, es gebe keine "forensische(n) Beweise"), bleibt abzuwarten. Im übrigen wird sich in dem Schreiben auch auf das "Argument", die Streichung des Art. 23 GG a.F. habe letztlich zum Erlöschen der Bundesrepublik Deutschland geführt, gestützt.

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Kaleta, Frank Uwe

Der Gastwirt Frank Uwe Kaleta fungierte, wie man in der Lausitzer Rundschau vom 05.01.2004 nachlesen konnte, als "Oberregierungsrat" sowie "Reichsrechtlicher Rechtssachverständiger und Preußischer Rechtskonsulent" der Ebel-"KRR" (im damaligen Zuständigkeitsbereich des Frank Wolfgang Richter). Seine Familie hatte nach diesem Artikel Beziehungen zu rechtsextremen Kreisen. So habe im Jahr 2001 der bekannte Rechtsextremist Christian Worch in der Kneipe von Kaletas Mutter Skinhead-Konzerte veranstaltet. Kaleta bestreitet in dem Bericht "vehement" jedenfalls eine rechtsextreme Ausrichtung der Ebel-"KRR", von der der Berliner Verfassungsschutz nach Informationen der "Rundschau" jedoch ausgeht.

Auf den Internetseiten der Ebel-"Regierung" findet sich Kaleta als "Reichsminister des Inneren" (Screenshot).

Im "Magazin 2000plus" der Ebel-"Ministerin" Schlotterbeck wurde Kaleta in Ausgabe 212 ("Extra 4") von Ebel erwähnt. So hieß es dort, Kaleta sei am 20. Mai 2005 "aus der BRD-Haft entlassen" worden. Der Tatvorwurf laut Ebel im "Magazin 2000plus" (Seite 50): "Er wurde für die gleiche Sache, die er gar nicht gemacht hatte, von Personen beschuldigt, an verschiedenen Stellen mit dem Auto gefahren zu sein. (...) Für den gleichen Vorgang für den er rechtswidrig schon zu sieben Monaten verurteilt worden ist hat er jetzt nochmal 20 Monate Strafe verhängt bekommen". Außerdem wurden Kaletas "Bestallungs- und Dienstausweis" (Nr. 03-001) sowie eine "Bestallungsurkunde" und ein "Befähigungsnachweis" zum "Rechtssachverständigen des Staates Deutsches Reich" veröffentlicht.

In einem auf der Internetseite der Ebel'schen "Regierung" veröffentlichten Schreiben vom 13. März 2006, das die Unterschrift des "Reichsminister des Inneren" Frank Uwe Kaleta trägt, hieß es, er befände sich seit dem "08.03.2006 wieder mal in der so genannten JVA - Dissenchen - Cottbus" und sei zuvor "ungesetzlich aus dem Gebäude der Kommissarischen Reichskanzlei (...) geraubt" worden (Screenshot).

Kaleta fand auch Erwähnung in einem Artikel der Kölnischen Rundschau vom 13.10.2004 über "Reichskanzler Ebel" (Auszug).

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Kastius, Christoph

Christoph Kastius ist durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen bekannt, u.a. weil er mit gezogener (Schreckschuß-)Pistole eine Sendung des Nachrichtensenders n-tv stürmte und drohte, sich vor laufender Kamera zu erschießen.

Für eine kurze Zeit war Kastius "ehrenamtlicher Geschäftsführer" der "Vereinigung Deutsche Nationalversammlung", erklärte jedoch am 25.02.2007 seinen "Rücktritt" und zwar "mit sofortiger Wirkung und unter Vorbehalt" (Screenshot).

Kastius, der Kritiker schonmal - wohl mit einem "Totschläger" bewaffnet - heimsucht, damit sie was auf ihre "freche Gusche" bekommen (siehe hier), ist auch als "Christoph" mit dem Status eines Bürgers "mit RPA" (d.h. "Reichspersonenausweis") im Forum der "Exilregierung" aufgetreten (Screenshot). Dabei zog er sich im Mai 2006 den Zorn des "Reichskanzlers" Schittke zu. Angeblich auf dessen Anweisung veröffentlichte jedenfalls Uwe Bradler eine "Verlautbarung", an deren Ende es heißt: "Herr Kastius wird hiermit öffentlich wegen dem Aufruf zu Straftaten in diesem Forum gerügt! Nochmalige derartige Verhaltensweise führt zum Ausschluß aus diesem Forum" (Screenshot).

Aus einer Anfang Januar 2007 von Kastius veröffentlichten Anordnung eines Waffenbesitzverbotes geht hervor, daß er u.a. wegen räuberischer Erpressung, Unterschlagung, Betrug und Nötigung zu Bewährungsstrafen verurteilt wurde. Darüber hinaus wurde gegen ihn seit 2002 in 31 Verfahren strafrechtlich "u.a. wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz, gefährlicher Körperverletzung, verfassungsfeindlicher Verunglimpfung von Verfassungsorganen, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Nötigung und Beleidigung" ermittelt.

Am 28. Februar 2007 wurde Kastius "mit Wirkung zum 20. Januar 2007" von "Reichskanzler" Schittke und "Reichspräsident" Bensch zum "Verfassungsrat" der "Exilregierung" ernannt. Seine Aufgabe sei es, "die Verfassung des Deutschen Reiches zu schützen und dem deutschen Volke in freier Selbstbestimmung, eine Verfassung zu ermöglichen" (Screenshot).

Ende Juni 2007 veröffentlichte Kastius in seinem Blog eine Liste der "Feinde des deutschen Volkes", die Namen und Anschriften angeblicher "Antifa"-Mitglieder enthielt. Kastius verband diese Veröffentlichung mit der drohenden Aufforderung: "Es ist die Pflicht eines jeden Deutschen, demokratiefeindliche Elemente ausfindig zu machen!" (Screenshot).

Zu Kastius siehe auch: Kimble und Konsorten 2 - Christoph Kastius

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Kent, Michael

Nach Informationen von Ingo Heinemann ist "Michael Kent" das Pseudonym des der Scientology-Sekte nahestehenden Michael Hinz (Quelle).

Die noch im Februar 2005 auf Michael Hinz - inzwischen auf Sabine Hinz bzw. einen "Vetrieb von Koerperpflegemitteln" - registrierte Internetseite psychopolitik.de benutzte jedenfalls noch im Februar 2005 auf der Startseite einige spezielle Begriffe, um Suchmaschinen "anzufüttern". Anhand solcher Begriffe wird deutlich, welche Zielgruppen der Seitenbetreiber ansprechen möchte. Auf den Seiten von Hinz fanden sich neben "kommissarische Reichsregierung", "KRR", "Deutsches Reich" und "Reichsdeutsche" solche Begriffe wie "Helsing", "Hitler", "Hochfinanz", "Neuschwabenland" und "Rothschild" (Screenshot).

Gemeinsam mit Sabine Hinz gibt Kent u.a. die wöchentlich erscheinende "Kent-Depesche" ("mehr wissen - besser leben") heraus, in der u.a. wilde Verschwörungstheorien verbreitet werden und Themen wie "Impfkritik" und "Psychiatrie" Dauerbrenner zu sein scheinen. Der Verfassungsschutz des Landes Baden-Württemberg beschrieb die "Kent-Depesche" in seinem Bericht des Jahres 2003 mit den Worten: "'mehr wissen besser leben' vertritt teilweise extremistische Positionen, die auf der Grundlage der Lehre HUBBARDs entwickelt werden, was gegenüber Außenstehenden aber nicht offenbart wird, und verbreitet mitunter auch rechtsextremistisches Gedankengut" (Verfassungsschutzbericht BaWü 2003, S. 262).

Im Rahmen der "Kent-Depesche" wurde mehrfach über die "kommissarische Regierung" berichtet (z.B. in den Ausgaben 13/01, 04/2002, 09/2002). In der "Depesche" 31+32/2004 vom November 2004 nahm Kent auf den Seiten 13 ff. unter anderem Bezug auf den Tod der Martina P. und behauptete gleich einleitend, daß es "in unserer Pseudodemokratie jeden erwischen kann, sobald er eine gewisse Größe bzw. Zuhörerschaft" erreicht habe. Er stellte "Todesregeln für Aufklärer" vor, gegen die Martina P. "verstoßen" habe, weswegen - so sein Fazit - ihr Tod "geschehen musste".

In derselben "Depesche" lobte Kent den selbsternannten "Reichspräsidenten" Matthes Haug. Dieser zeige, "dass man selbst über so heikle Themen wie den Rechtsstatus Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und speziell nach der Wiedervereinigung aufklären kann, dass man selbst über ein derart unglaubliches Thema sachlich informieren kann. Doch er ist so ziemlich der Einzige, den ich kenne, dem dies gelingt". Kent meint, Haug müsse sich bewußt sein, daß er einen Drahtseilakt vollführe und jederzeit abstürzen könne. Denn "diese Information ist so brandheiß" - womit die "KRR"-Behauptungen von der angeblichen Unzuständigkeit der Behörden der Bundesrepublik für "Deutsche Bürger" gemeint sind. Dabei schließt sich Kent der "Reichsideologie" an, wenn er schreibt: "Der einzige Zweck, zu dem die Information über den ungültigen Rechtsstatus der BRD gebraucht werden darf, ist der, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, dass Deutschland einen Friedensvertrag bekommt und ein souveränder Staat mit einer eigenen, gültigen Verfassung wird."

In seinem Internetforum wurde zudem am 28. November 2004 ein "Kurzbericht" über Haugs "2. Nationalversammlung" veröffentlicht (Screenshot), nachdem "Michael" bereits am 02. Februar 2004 für Christian Joswig geworben hatte (Screenshot).

Kent meint auch, daß es Dinge gebe, "die darf man in Deutschland nicht aussprechen (...) Es stellt eine beachtenswerte Tatsache dar, dass in Deutschlands Strafgesetzbuch (§ 130) vorgeschrieben wird, was als historische Wahrheit zu gelten hat, was man also sagen darf und was nicht". Angeblich seien, so Kent, "Historiker (weit jenseits nationalsozialistischer Gesinnung) deswegen eingesperrt" worden.

Dazu paßt möglicherweise ein Beitrag vom 19. August 2002 in seinem (im Oktober 2005 vom Provider geschlossenen) Internetforum. Dort wurde nämlich ein "offener Brief" des Rechtsterroristen Manfred Roeder aus dem Jahr 2000 an alle Mitglieder des Bundestags und der Bundesregierung veröffentlicht, in dem Roeder diesen u.a. vorwirft, "alle nur erdenklichen Geschichtslügen gegen Deutschland" zu fördern und "die Judaisierung unseres Volkes" zu betreiben (Screenshot). Obwohl der Forennutzer, der den offenen Brief in Kents Forum stellte, anmerkte: "Manfred Roeder ist Rechtsanwalt und wurde wohl daraufhin wegen Volksverhetzung angeklagt", war der Beitrag noch mindestens bis Anfang 2005 abrufbar. Roeder wurde, wie einem Bericht von hr-online vom 12. Mai 2005 zu entnehmen ist, offensichtlich wegen dieses Briefes schließlich vom Landgericht Frankfurt im Jahr 2004 zu einer 10-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Auch "Post vom Kanzlerwanderer (KRR)" Klaus Weichhaus wurde im Juli 2002 im damaligen "Psychopolitik-Forum" des Michael Kent veröffentlicht (Screenshot).

Von demokratischen Errungenschaften wie dem Wahlrecht hält Kent allem Anschein nach nichts. "Jede Wahl ist eine Farce", hieß es in o.g "Depesche" 31+32/2004.

Auf der Linkseite von psychopolitik.de (Screenshot) verweist Kent zudem u.a. auf den "Osirisversand" des Oliver Gerschitz, das "Magazin 2000plus" der Ebel-"Ministerin" Ingrid Schlotterbeck und auf den Ewert-Verlag zu dem jedenfalls noch im Februar 2005 zu lesen war: "Vergessen wir nicht, dass es der Ewert-Verlag war, der Jan's tolle Bücher seinerzeit herausgegeben hat" (Screenshot). Jan ist "Jan van Helsing" alias Jan Udo Holey und meint damit vermutlich die beiden wegen volkerverhetzender Inhalte indizierten Bücher "Geheimgesellschaften". Es findet sich auch ein Link auf die Seite "das-gibts-doch-nicht", dessen Betreiber im Mai 2006 mitteilte: "Inzwischen habe ich erfahren, daß auch der "Verfassungsschutz" zum zweiten mal eine Klage gegen mich wegen Volksverhetzung eingeleitet hat" und der über Abmahnungen der "jüdische(n) Lobby" klagte (Screenshot).

Ebenfalls auf der Internetseite der "Kent-Depesche" wurde Anfang Februar 2005 übrigens die "Freie Deutsche Mark" beworben, das Projekt des Jürgen Thomaier. Jedenfalls dessen Bruder Ralf gehörte zu den Gründungsmitgliedern der "Exilregierung Deutsches Reich".

Dem Verfassungsschutz Baden-Württemberg sind die Aktivitäten rund um Michael Kent immer mal wieder ein paar Zeilen im jährlichen Verfassungsschutzbericht wert. Im Jahr 2001 wurde Kent dort als "aktiver Scientologe" bezeichnet. Seine Internetseite enthalte "in Teilen auch eine rechtsextremistische, antisemitische und revisionistische Ausrichtung". Kent habe, so ist dem Bericht zu entnehmen, Kontakte zu Personen aus dem rechtsextremen Milieu aufgebaut. Dort habe er sich in "auffälliger Weise exponiert", indem er z.B. die NPD "und deren ehemaligen Vorsitzenden öffentlich in Schutz" genommen habe (Verfassungsschutzbericht BaWü 2001, S. 165). Im September 2004 seien in der "Kent-Depesche" Bücher mit "tendenziell rechtsextremistischen Inhalten und antisemitischen Anklängen vorgestellt und beworben" worden (Verfassungsschutzbericht BaWü 2004, S. 231).

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Kreipl, Alfred

Alfred Kreipl ist als "Alfred" aus verschiedenen Internetforen bekannt, in denen er auch schonmal die Werbetrommel für das "Deutsche Reich" rührte (Screenshot 1, Screenshot 2).

Kreipl versucht sich zudem als "Autor". Einer seiner Texte ("Flugscheiben im Dritten Reich") wird u.a. über die - indizierten - "unglaublichen" Internetseiten des Bernhard Becker angeboten. Auch über "Gekaufte Zwerge oder der Schweinejournalismus in Deutschland" weiß Kreipl zu schreiben. In dem Text fragt er u.a.: "Was hat z.B. ein Jan van Helsing falsch gemacht? Er ist einfach der Wahrheit zu nahe gekommen" und beschwert sich über die angeblich unberechtigte Bezeichnung solcher "Autoren" wie van Helsing als antisemitisch.

Über die "Neue Media Agentur" werden Kreipls Verbindungen zu den "Reichsdeutschen" sichtbar, hierbei insbesondere zur "Nationalversammlung" des Dr. Haug. Die Anschrift der "Neue Media Agentur" findet sich als Redaktionsanschrift im "Reichs Nachrichten Portal" bzw. "Reichsblatt" dieser "KRR", das nach Eigenwerbung das offizielle "Presseorgan der Nationalversammlung des Deutschen Reiches/Neues Deutschland" sein soll (Screenshot). Die Domain des "Reichs Nachrichten Portals" selbst war zwar nicht auf den Namen Kreipl registriert, doch entsprach die angegebene Postanschrift der der "Neue Media Agentur". Seit Anfang 2007 gehörte sie einem Domainhändler. Für den Internetauftritt der "Neue Media Agentur" ist Kreipl als Domaininhaber eingetragen, außerdem fand er sich dort als "European Pres." im Impressum (Screenshot). Unter der Internetadresse der "Neue Media Agentur" wurden eine Zeitlang im Shop Bücher des Hans-Peter Thietz verkauft. Auch befand sich dort in einem Unterverzeichnis "f2" das Haug'sche "Bürgerforum - Forum des neuen Deutschland" (Screenshot). Als Webseite des Mitglieds "Admin" war eben jene der "Neue Media Agentur" angegeben.

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Lorenz, Erhard

Erhard Lorenz fungiert mit seinem "Kahltal-Verlag" als Herausgeber der "Deutsche Reichszeitung", die unter einer eigenen Internetadresse veröffentlicht wird und im November 2005 mit einer "Sonderausgabe" erschien. Im Rahmen dieser Sonderausgabe widmete man sich neben der Nationalhymne in aller Ausführlichkeit den üblichen Thesen vom "Deutschen Reich". Die "Reichszeitung" ist der "KRR" des Wolfgang Ebel zuzuordnen, wie sich damals aus dem Internetauftritt ergab (Screenshot). Jedenfalls die dort verwendete Flagge und der "Reichsadler" entsprechen jedoch auch den von der "Exilregierung Deutsches Reich" verwendeten. In der Sonderausgabe wurde u.a. auf das "Magazin 2000plus" der damaligen "Reichsaußenministerin" Ingrid Schlotterbeck verwiesen (Screenshot). In der Folgezeit wurde der Internetauftritt komplett umgestaltet. Auch die "Werbung" innerhalb der einzelnen Ausgaben der "Reichszeitung" wurde vielfältiger, beschränkte sich nicht mehr auf Internetseiten der Ebel-"KRR", sondern umfaßte auch Internetauftritte anderer "Reichsregierungen" bzw. "Reichsideologen".

Doch Lorenz ist nicht nur "Verleger", der "Puplikationen" im Angebot hat (Screenshot). Eine einfache Internetrecherche zeigt, daß er zudem im Im- und Export Erfahrungen gesammelt hat. Auf seiner privaten Internetseite bezeichnet er sich als "selbständiger Kaufmann" mit einschlägigen Erfahrungen im "Direktvertrieb, Network-Marketing, Handel und Vertrieb von Produkten aus Umwelt, Ernährung, Gesundheit, Finanzen und Werbung" (Screenshot). Was den Vertrieb von Produkten aus Ernährung und Gesundheit angeht, so verweist Lorenz auf die deutsche Internetseite der "Rosehip International Inc." (Screenshot). Dort werden "Vitamine, Mineralien, Aminosäuren" angeboten oder kurz "natürliche Nahrungsergänzungen" (Screenshot) und die "orthomolekulare Medizin" beworben. Bemerkenswert an dem Internetauftritt ist in erster Linie der Name der Inhaberin: Petra Lachmann. Eine Frau dieses Namens fungiert in der "Exilregierung Deutsches Reich" als "Reichsminsterin für Gesundheit, Familie und Soziales". Diese stellte sich - wie einem Bericht des ZDF-Magazins "Mona Lisa" aus dem April 2005 zu entnehmen ist, auf einer Informationsveranstaltung der "Exilregierung" als Ärztin vor. Eine zufällige Namensgleichheit?

Auch die Internetseite "Menschen mit gemeinsamen Zielen" ist auf Lorenz registriert. Hier werden "Internetnachrichten" verbreitet. Die erste im Archiv befindliche Nachricht mit dem Titel "Das Deutsche Reich?" stammt vom 25.02.2005. Am Ende des Beitrags findet sich schließlich ein Verweis auf die Internetseite der "Exilregierung Deutsches Reich", also eigentlich zu Ebels Konkurrenz (Screenshot).

Weiterhin betrieb Erhard Lorenz die Internetseite niedersteinbach.de. Hier verbreitete er ebenfalls teilweise krude Theorien. Zur Geschichte von Niedersteinbach schreibt er beispielsweise: "Bis 1972 war Niedersteinbach weit über 100 Jahre politisch eine eigenständige Gemeinde wurde zwangsaufgelöst und gehört heuer zum Markt Mömbris. Seit dem 18. Juli 1990 ist durch die Löschung der BRD und des Artikel 23 GG, die Gemeinde Niedersteinbach unter der Willkürherrschaft der Gemeinde Markt Mömbris gezwungen, die Handlungsunfähihgkeit auf Kosten der Bewohner zu akzeptieren und zu dulden" (Screenshot). Spätestens seit Ende Oktober 2006 ist diie Internetadresse jedoch auf die örtliche Verwaltung registriert.

Das "Main-Echo" berichtete im März 2001 über Lorenz' Aktivitäten im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen die geplante Errichtung einer Mobilfunkantenne in Niedersteinbach.

Äußerst interessant ist ein weiteres Betätigungsfeld des selbsternannten "Rechtssachverständigen zur Rechtsordnung des Staates 2tes Deutsches Reich": mit der "Pro-VISION Multimedia" bietet er "Speicherplatz schon ab 2,50 Euro". Im Impressum des Internetauftritts gibt er - obwohl für ihn als "Reichsbürger" doch eigentlich überflüssig - brav seine Umsatzsteuernummer an (Screenshot). Dieses Betätigungsfeld ist deshalb so interessant, weil zu Lorenz' Kunden u.a. Jo Conrad zählt, dessen ehemaliger Provider den Vertrag für Conrads Domain im März 2004 fristlos gekündigt hatte. Conrad lobte den neuen Provider bei Neueröffnung seiner Seite als jemanden, der sicherlich nicht so leicht "einzuschüchtern" sei wie sein ehemaliger Provider (Screenshot).

Anfang 2007 enthielten die Denic-Einträge für die auf Lorenz registrierten Internetadressen der "Reichszeitung" und des "Reichsverlags" den Zusatz "Reichswirtschaftsministerium" (Screenshot). Außerdem prangte auf der Startseite des "Reichsverlags" Hakenkreuzsymbolik als "Hoheitszeichen des Deutschen Reiches von 1935 bis heute" (Screenshot). Darüber hinaus wurde auf eine Internetseite des Christoph Kastius verwiesen (Screenshot).

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Ludowici, Edgar Romano

Edgar Romano Ludowici gab sich 2004 als "Erster Bürgermeister" des "Reichslandes Freistaat Freie und Hansestadt Hamburg" aus. Als solcher bezeichnete er sich jedenfalls in einer E-Mail an die "KRR"-FAQ vom 16.08.2004. Zudem firmierte er als "Reichsminister des Inneren" bei der "Exilregierung des 2.ten Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937", einer weiteren Splittergruppe der "KRRs". Auch bei der "Exilregierung Deutsches Reich" scheint Ludowici aktiv gewesen zu sein. Jedenfalls fand sich sein Foto im März 2007 in einem Verzeichnis mit Bildern von "Regierungsmitgliedern" (../bilder/regierung/Ludowici_Edgar_Romano.jpg) auf der Internetseite jener Regierung. Inzwischen ist er u.a. 1. Vorsitzender der "Interim Partei Deutschland", IPD.

Der Internetauftritt der "Exilregierung" wirkte wenig professionell. Rechtschreibfehler wie "Exikutive" und unübersehbare grammatikalische Schwächen wirken zusätzlich abschreckend (Screenshot). Vielleicht erklärt sich vor diesem Hintergrund eine Zielsetzung der "Bürgerinitiative 2.tes Deutsches Reich": "Aufbau deutschsprachiger Schulen" (Screenshot).

Eine Grundlage der "Exilregierung 2.tes Deutsches Reich": die Ebel'schen "21 Punkte". Allerdings gab man als Autorin "die mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, zusammen mit Ihrer kleinen Tochter von der BRD - Mafia, ermordete Martina P. !" an und hatte den Text an die eigene "Regierungsarbeit" angepaßt (Screenshot). Als weiteres "Argumentationsmittel" dieser "Regierung" dienen "Die neuen 37. Punkte zur Rechtslage im Deutschen Territorium", welche als "Argumentation überall gegen BRD-Terroristen" angepriesen wurden (Screenshot).

Als nicht ungefährlich kann der Inhalt eines "Schutzbriefes" eingeschätzt werden, den die "Angehörigen des nicht untergegangen Staates 2. Deutsches Reich" beantragen können. Darin heißt es nämlich, daß den "Reichsbürgern" nach Artikel 20 Abs. 4 GG ein "absolutes Widerstandsrecht" zustehe (Screenshot). Hierin könnte durchaus eine Aufforderung zu Straftaten gesehen werden. Allerdings: auch für diese "Regierung" ist das Grundgesetz selbstverständlich nicht mehr existent, da die Bundesrepublik Deutschland 1990 erloschen sei (Screenshot), wobei neben der Streichung des Art. 23 GG auch auf ein angeblich fehlendes Staatsvolk abgestellt wird (Screenshot).

Immer wieder wurde betont, die "Exilregirung" beherberge weder Rechts- noch Linksextremisten (Screenshot). Ein Blick auf die Rubrik "Verweise ins Netz" belegte nicht nur, daß man rechtsextremem Gedankengut jedenfalls nicht abgeneigt ist, sondern offenbarte auch eine andere Zielgruppe. Neben den Internetseiten des Klaus-Dieter Weisheit (darunter auch die "gespiegelte" Seite der Martina P.) fanden sich dort vor allem Internetseiten selbsternannter "Justizopfer" (Screenshot). So z.B. der Internetauftritt des Jürgen-Michael Wenzel. Dieser bietet auf seiner Seite den "Schutzbrief" an und firmiert in diesem Zusammenhang als "Staatsangehörigenschutzamt des 2. Deutschen Reiches - Dezernat des Inneren" (Screenshot). Außerdem finden sich dort unter der Überschrift "Das Legitmationsdebakel der der BRD" die o.g. "37 Punkte", als deren Verfasser nun Wenzel genannt wird (Screenshot). Auf den Internetseiten der "Exilregierung 2.tes Deutsches Reich" waren weitere Texte abrufbar, die offensichtlich der Seite Wenzels entstammen.

Auf den Internetseiten des o.g. Jürgen-Michael Wenzel ist zudem zu erfahren, daß Ludowici auch dem Amtsgericht Köln nicht unbekannt ist und zwar im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen unbefugter Verwendung des Bundesadlers (Aktenzeichen: 528 OWi 489/05). Aus dem Satz "Das OWi-Verfahren gegen Dr. LUDOWICI wurde mit einem Urteil wegen Abwesenheit aufgrund einer ebenfalls nicht rechtskraftfähigen Ladung zur Verteidigung innerhalb von 5 Tagen nach Posteingang durch den Richter E*** am AG Köln betrieben" (Screenshot) geht leider nicht eindeutig hervor, ob bereits eine rechtskräftige Verurteilung erfolgt ist. In einer von Wenzel veröffentlichten "Anklage" der "Interim-Oberreichsanwaltschaft" gegen den zuständigen Richter am Amtsgericht Köln ist jedenfalls von einem Urteil am 16.09.2005 die Rede (Screenshot).

Daß man nicht nur durch den Verkauf von "Ausweisen" Geld verdienen wollte, zeigte die Rubrik "Altersvers. e.V.", in der es schlicht heißt: "Die Exilregierung des 2.ten Deutschen Reiches hat für alle Mitglieder eine Altersversorgung mit einer sehr gut geplanten Option kreiiert und dadurch auch für alle seine Angehörigen Staatsbürger eine sehr gute Alternative zur BRD - Abzocke, geschaffen" (Screenshot).

Seit mindestens Mitte November 2005 sind die bisher bekannten Internetadressen der "Exilregierung des 2.ten Deutschen Reiches" nicht mehr registriert.

Über Edgar Ludowici ist allerdings nicht nur zu berichten, daß er treuer Anhänger des Deutschen Reiches ist.

Bemerkenswert ist zum Beispiel, daß er sich mit einem Doktortitel schmückt. Ob er einen solchen allerdings rechtmäßig in Deutschland führen darf, ist fraglich. Auf den Internetseiten einer obskuren "Cosmopolitan University" (Screenshot) wurde er jedenfalls in der Liste der "Honorary doctorate degrees" als "Doctor of Criminal Law" geführt (Screenshot).

Doch nicht nur im "Criminal Law" kennt sich Ludowici aus. Bekannt ist er auch als "Sanfter Heiler" (Screenshot) und Betreiber der "Akademie für klass. Homöopathie und ganzheitl. Heilmethoden".

Weiterhin interessant sind Ludowicis Ausflüge ins Geschäftsleben. So betrieb er beispielsweise jedenfalls im Jhr 2004 das Internetauktionshaus "bitbay" (Screenshot). Die Seite war jedenfalls in 2005 nicht mehr erreichbar. Inzwischen ist sie wieder aktiv, im Impressum wird allerdings ein Prüfungs- und Beschaffungsverband Neukloster e.V." genannt. Die Domain selbst ist jedoch unverändert auf Ludowici registriert (Stand: Juni 2008). Auch eine Internetsuchmaschine namens "bit-spider" gehörte zu Ludowicis Projekten (Screenshot).

Im Jahr 2006 machte Ludowici verstärkt mit der "Interim Partei Deutschland" (IPD) auf sich aufmerksam.

Am 28. April 2006 berichteten beispielsweise Süddeutsche Zeitung und Abendzeitung über ein Verfahren vor dem "Münchner Schöffengericht". Wegen Steuerhinterziehung angeklagt war Ingo Prinz von A, der laut Anklage bei Immobilien-Geschäften 408.000 Euro Steuern unterschlagen haben soll. Allerdings erschien der Angeklagte nicht persönlich vor Gericht (weswegen Haftbefehl erging), sondern - neben seinem Anwalt - der "angebliche US-Rechtsbeistand Edgar R. Ludowici (52)". Die Süddeutsche Zeitung berichtete, daß sich Ludowici als "Bevollmächtigter" vorgestellt habe sowie als "Vorsitzender einer 'Interimspartei Deutschland', welche es sich zur Aufgabe gemacht habe, 'den Rechtsstaat in Deutschland wiederherzustellen'".

Die Nordwest Zeitung berichtete am 24. Oktober 2006 über eine Veranstaltung in Bad Zwischenahn, bei der tags zuvor als "Referent (...) der Arzt und Rechtsanwalt Dr. Edgar Romano Ludovici" aufgetreten sei. Daß es sich hierbei - trotz der falschen Schreibweise und der doch merkwürdig anmutenden Titel - um Edgar Ludowici handeln dürfte, belegt eine Veranstaltungsankündigung, die Anfang November 2006 in diversen einschlägigen Internetforen kursierte.

Anfang Februar 2007 berichtete schließlich das Hamburger Abendblatt unter der Überschrift "Rechtsextreme am Waldrand" über die "Interim Partei Deutschland" und "Edgar Ludovici". Die Partei werbe mit dem Slogan "Nicht linksradikal, nicht rechtsradikal - sondern radikal im Recht!". Ludowici nenne sich "Dr. Edgar Romano Ludovici, Graf von Roit zu Hoya" und trete als Arzt und Rechtsanwalt auf. Den Namen "Graf von Roit zu Hoya" erhält man übrigens quasi als Gratis-Zugabe, wenn man ein Stück Moorland "aus dem ehemaligen Herrschaftsbereich des Grafen von Hoya" erwirbt (Screenshot); Kostenpunkt: 299 EUR (Screenshot). Der Verkäufer teilt auf seiner Internetseite ehrlicherweise mit, daß es sich nicht um einen echten Adelstitel, sondern lediglich um einen Künstlernamen handele (Screenshot).

-> Interim Partei Deutschland, IPD

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Letzte Änderung: 18.12.2008.

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